Bericht

Bundesrechnungshof kritisiert Breitbandausbau: Verwaltungsgrundsätze nicht eingehalten

Der unter Aufsicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt durchgeführte Breitbandausbau steht in der Kritik des Bundesrechnungshofs: Alleine für das Kontaktcenter des Breitbandbüros wurden 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Marcel Petritz, 01.02.2016, 11:04 Uhr (Quelle: DPA)
KabeltrommelDer Bundesrechnungshof rügte die für den Breitbandausbau beantragten Haushaltsmittel in Milliardenhöhe.© Maimento / Fotolia.com

Düsseldorf - Der Bundesrechnungshof hat die Handhabung des Breitbandausbaus durch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisiert. "Das Ministerium meldete Haushaltsmittel in Milliardenhöhe an, ohne vorher den tatsächlichen Mittelbedarf zu erheben", heißt es in einem Bericht des Bundesrechnungshofs, über den die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Montag) berichtet. Dies könne weitreichende Folgen für den Bundeshaushalt beziehungsweise für den Breitbandausbau haben.

2,5 Millionen Euro jährlich für eine Handvoll Telefonate und E-Mails

Die Prüfer kritisieren demnach auch, dass das Ministerium einen Stellenbedarf anmeldete, ohne diesen nachzuweisen. Ein Kontaktcenter im vom Ministerium beauftragten Breitbandbüro habe nur wenig zu tun: Im Januar 2015 mussten die Mitarbeiter dort im Schnitt lediglich 3,9 Telefonate pro Tag führen und 9,2 E-Mails beantworten, obwohl im Bundeshaushalt rund 2,5 Millionen Euro für den Betrieb des Breitbandbüros veranschlagt waren.

Der Bundesrechnungshof komme daher laut Bericht zu dem Ergebnis, "dass das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bei der Planung und Ausgestaltung seiner Abteilung "Digitale Gesellschaft" wesentliche Grundsätze eines geordneten Verwaltungshandelns nicht beachtete".

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