Marktüberwachung

Bundesnetzagentur sperrte 2020 über 2.100 online angebotene Produkte

Die Bundesnetzagentur reguliert nicht nur den Telekommunikationsmarkt, sondern ist auch für die Marktüberwachung des Handels zuständig. Viele im Internet extrem günstig angebotene Produkte wiesen Mängel auf und seien gesperrt worden.

Jörg Schamberg, 20.01.2021, 12:29 Uhr
Online-ShoppingNicht alle online angebotenen Produkte sind sicher und erfüllen europäische Vorgaben. In diesen Fällen griff die Bundesnetzagentur ein.© Denys Prykhodov / Fotolia.com

Die in Bonn ansässige Bundesnetzagentur ist auch für die Marktüberwachung im Internethandel zuständig. Sie hat 2020 nach eigenen Angaben insgesamt 2.142 Online-Produktangebote gesperrt. Betroffen gewesen sei eine Stückzahl von über 21 Millionen Produkten. Laut Netzagentur-Präsident Jochen Homann sei die Marktüberwachung verstärkt auf den Online-Verkauf konzentriert worden.

Bundesnetzagentur: Vorsicht bei Produkten mit sehr niedrigem Preis

"Über das Internet gelangen weiterhin großen Mengen unsicherer Produkte auf den deutschen Markt", so Homann. "Wenn der Preis sehr niedrig ist, sollten Verbraucher zweimal hinschauen. Entscheiden Sie insbesondere im Online-Handel nicht nur nach dem Preis. Sehr günstige Produkte entsprechen oft nicht den europäischen Sicherheitsnormen", betont der Präsident der Bundesnetzagentur. Besonders im Fokus der Bonner Behörde lag im vergangenen Jahr die Überwachung von Händlern, die extrem hohe Stückzahlen im Internet angeboten haben. 2.142 Produktangebote hätten den europäischen Vorgaben nicht entsprochen. Die Plattformbetreiber hätten diese Produkte gesperrt. Zum Vergleich: 2019 waren 1.027 Angebote für 3,5 Produkte beendet worden.

Fehlende deutsche Bedienungsanleitungen und Verursachung von Funkstörungen

Warum wurden die online angebotenen Produkte gesperrt? Laut Bundesnetzagentur wiesen diese zum Beispiel formale Mängel auf. Dies könne eine fehlende deutsche Bedienungsanleitung oder eine unzureichende Kennzeichnung sein. Es wurden aber auch Produkte entdeckt, die Funkstörungen bzw. elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachten. Diese dürften in der EU nicht verkauft werden. Unter den mehr als 21 Millionen betroffenen Geräten fanden sich alleine über sieben Millionen Babyüberwachungsgeräte ohne deutsche Bedienungsanleitung und mit Kennzeichnungsmängeln. Bei der Marktüberwachung seien zudem mehr als eine Million Funkfernbedienungen unter anderem für Garagentorsteuerungen aufgefallen. Die Produkte hätten durch falsche Frequenznutzung sicherheitsrelevante Funkdienste stören können.

Kontrolle im Einzelhandel vor Ort durch Corona erschwert

Die Bundesnetzagentur führe anonyme Testkäufe im Internet durch, um einen Überblick über die Konformität von extrem günstig angebotenen Produkten zu erhalten. Vor Ort im deutschen Einzelhandel sei eine Kontrolle durch die Bonner Behörde dagegen wegen der Corona-bedingten Einschränkungen nur bedingt möglich gewesen. Im Einzelhandel seien rund 3.100 Gerätetypen geprüft worden – deutlich weniger als im Vorjahr.

Insgesamt erteilte die Behörde 31 Vertriebsverbote. Mit 782 Festsetzungsschreiben sollten formale Mängel bei nicht konformen Produkten behoben werden. Es seien 510.000 Produkte betroffen gewesen.

Zoll meldete 8.800 verdächtige Warensendungen an die Netzagentur

Da Verbraucher immer häufiger im Internet Produkte aus Drittstaaten bestellen würden, arbeite die Bundesnetzagentur auch intensiv mit dem Zoll zusammen. Der Zoll habe 2020 rund 8.800 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur gemeldet, wegen der Pandemie waren dies jedoch weniger als noch 2019. In mehr als 95 Prozent der Fälle seien die Produkte nicht für den deutschen Markt freigegeben worden. Dies habe rund 200.000 Produkte betroffen.

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