Bluetooth-Lautsprecher & Co.

Bundesnetzagentur sperrte 2019 4,5 Millionen unsichere Elektronikprodukte

Bei mehreren Millionen Produkten musste die Bundesnetzagentur 2019 einschreiten und einen Verkauf in Deutschland verbieten. Betroffen waren etwa Bluetooth-Lautsprecher, Störsender und Minispion-Detektoren.

Jörg Schamberg, 16.01.2020, 11:44 Uhr
Bundesnetzagentur Die Zentrale der Bundesnetzagentur in Bonn.© Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur in Bonn hat vielfältige Aufgaben. Sie ist nicht nur für die Regulierung der Telekom, die Versteigerung von Frequenzen oder die Annahme von Beschwerden zu Internet- und Mobilfunkanbietern zuständig. Die Bonner Behörde überwacht online auch den Markt für Elektronikgeräte zum Schutz der Verbraucher. Nach Angaben der Bundesnetzagentur seien 2019 4,5 Millionen unsichere Produkte gesperrt worden. Der Verkauf von rund 3,5 Millionen Produkten sei verboten worden.

Verkaufsverbote und Untersagung der Einfuhr nach Deutschland

Gründe für das Einschreiten der Bonner Behörde seien beispielsweise durch die Geräte verursachte elektromagnetische Unverträglichkeiten und Funkstörungen. Sie dürfen in der EU nicht verkauft werden. Für weitere rund 600.000 Produkte gab es im vergangenen Jahr Vertriebsverbote oder es seien Korrekturmaßnahmen erforderlich gewesen. Untersagt worden sei zudem der Import von fast 400.000 nicht konformen Produkten.

Formale Mängel wie fehlende CE-Kennzeichnung bei Minispion-Detektoren

Im Fokus der Bundesnetzagentur standen einzelne Online-Händler. Diese boten hohe Stückzahlen der monierten Produkte im Internet an. Die Behörde ermittelte beispielsweise die Anbieter von Minispion-Detektoren (Wanzenfinder). Die in Millionenstückzahl angebotenen Produkte hatten keine CE-Kennzeichnung, ein Verkauf in Europa sei damit nicht möglich. Bemängelt wurden auch eine fehlende deutsche Bedienungsanleitung.

Vertrieb von Störsendern in Europa nicht erlaubt

Zu den nicht konformen Geräten gehörten mehr als 600.000 Bluetooth-Lautsprecher. Außerdem nannte die Bundesnetzagentur fast 500.000 Störsender. Der Vertrieb und Betrieb solcher Störsender sei in Europa nicht zulässig, da beispielsweise Notrufe verhindert werden könnten. Die Netzagentur weist darauf hin, dass solche Geräte häufig illegal bei Straftaten eingesetzt werden.

Intensive Zusammenarbeit mit dem Zoll

Da die Bundesbürger immer häufiger online Produkte direkt aus Drittstaaten bestellen, arbeite die Bonner Behörde auch mit dem Zoll zusammen. Die deutschen Zollbehörden meldeten 2019 insgesamt 13.000 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur. Daraufhin sei in mehr als 90 Prozent der Fälle keine Freigabe für den deutschen Markt erfolgt. Es seien insgesamt rund 400.000 Produkte betroffen gewesen.

Im deutschen Einzelhandel hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr über 5.400 Gerätetypen geprüft. Dabei wurden 59 Vertriebsverbote ausgesprochen. Erlassen wurden auch 721 Festsetzungsschreiben, die zur Behebung formaler Mängel für nicht konforme Produkte aufforderten. Davon seien rund 600.000 Produkte betroffen gewesen.

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang
NewsletterPopup