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Bundesnetzagentur senkt Terminierungsentgelte

T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 dürfen künftig von Wettbewerbern weniger für die Übermittlung von Gesprächen in ihre Netze verlangen. Die Terminierungsentgelte wurde um etwa zehn Prozent gekürzt.

30.11.2007, 15:10 Uhr
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Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber dürfen ab Samstag, 1. Dezember, noch weniger für die Übermittlung von Gesprächen in ihre Netze verlangen. Die zuständige Bundesnetzagentur hat die so genannten Terminierungsentgelte gesenkt und damit gegen die Anträge von T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 entschieden, die zum Teil eine deutliche Anhebung der Entgelte erreichen wollten.
Etwa zehn Prozent weniger
T-Mobile und Vodafone dürfen von Wettbewerbern für die Übermittlung eines Gesprächs in ihr Netz zukünftig nicht mehr 8,78 Cent pro Minute verlangen, sondern nur noch 7,92 Cent pro Minute. Die beiden E-Netz-Betreiber o2 und E-Plus dürfen Wettbewerbern für die Gesprächsübermittlung statt 9,94 Cent pro Minute künftig nur noch einen Minutenpreis in Höhe von 8,8 Cent in Rechnung stellen. Die neuen Konditionen wurden von der Bundesnetzagentur bis Ende März 2009 befristet.
Die Behörde wies darauf hin, dass die erfolgte Festlegung der Entgelte erstmals auf Basis vorgelegter Kostenunterlagen ermittelt beziehungsweise daraus abgeleitet worden sei. Bisher wurde ein internationaler Tarifvergleich zu Rate gezogen. Neben den Netzkosten sind bei der Kalkulation der Terminierungsentgelte auch die Kosten der UMTS-Lizenz auf der Basis einer aktuellen Wertermittlung berücksichtigt worden.
Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, nimmt die Mobilfunkanbieter in die Pflicht, die erfolgte Absenkung der Entgelte auch an die Kunden weiterzugeben. "Ich gehe davon aus, dass die niedrigeren Vorleistungsentgelte im Gegenzug jetzt auch an die Verbraucher weitergegeben werden und diese von sinkenden Endkundenentgelten profitieren."
BREKO übt Kritik
Für den Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) gehen die Kostensenkungen unterdessen noch nicht weit genug. Es bleibe weiterhin ein Ungleichgewicht zwischen den Ausgaben, die Festnetzbetreiber bei Weiterleitung ins Mobilnetz haben und den Einnahmen, die sie bei der Terminierung in umgekehrter Richtung erzielen. Festnetzbetreiber erhalten in der Regel nur 0,69 Cent je Minute, während sie selbst das Elffache zahlen sollen. Für den BREKO wäre ein Termierungsentgelt in Höhe von fünf Cent gerecht gewesen.

(Hayo Lücke)

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