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Bundesnetzagentur senkt Preis für "letzte Meile"

Schon ab April dieses Jahres darf die Deutsche Telekom von ihren Wettbewerbern nur noch 10,20 Euro für die Teilnehmeranschlussleitung verlangen. Das sind 30 Cent weniger als bisher.

31.03.2009, 18:15 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die Deutsche Telekom darf ab Mittwoch, 1. April, von ihren Wettbewerbern weniger Geld für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) verlangen. Wie die Bundesnetzagentur am Dienstag in Bonn bekannt gab, sinkt das monatliche Entgelt für die so genannte "letzte Meile" um 30 Cent.
Moderate Absenkung
Wurden bisher 10,50 Euro monatlich für die TAL fällig, sind es ab April dieses Jahres nur noch 10,20 Euro. Dieser Preis ist bis Ende März 2011 gültig. Damit widerspricht der Regulierer einer Forderung der Telekom, die eine Erhöhung auf 12,90 Euro im Monat beantragt hatte. "Die moderate Absenkung des TAL-Preises ist das Ergebnis eines sehr sorgfältig und transparent durchgeführten Genehmigungsverfahrens", sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.
Eine weitergehende Absenkung, wie sie überwiegend von Telekom-Wettbewerbern gefordert worden war, habe man nicht stattgeben können. Zwar seien auf der einen Seite Tiefbau- und Kupferpreise gestiegen, würden aber durch gegenläufige Effekte überkompensiert. Die Bundesnetzagentur nennt in diesem Zusammenhang den Rückgang der Eigenkapitalrenditen aufgrund der Weltwirtschaftskrise und die Effekte der Unternehmenssteuerreform 2008, die zu einer Entlastung geführt hätten. Ein zu niedriger Preis würde "bereits getätigte Investitionen entwerten sowie neue beeinträchtigen und damit den Regulierungszielen zuwider laufen", so Kurth.
Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) zeigt sich mit der ergangenen Entscheidung zufrieden. Aus der Sicht des BUGLAS ist mit dem heutigen Entscheid ein wichtiger Eckpfeiler seitens der Bundesnetzagentur abgesteckt worden, um dem dringend erforderlichen Breitband-Infrastrukturausbau die notwendige Planungssicherheit zu verleihen. Der Bundesverband für Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt sich in einer ersten Stellungnahme zufrieden: "Auch wenn die Absenkung nur unzureichend ist und nicht unserer Forderung einer Absenkung auf 9,00 Euro entspricht, setzt die Bundesnetzagentur mit einer Absenkung des TAL-Preises ein eindeutiges Zeichen für den infrastrukturbasierten Wettbewerb", so Rainer Lüddemann, Geschäftsführer des BREKO.
VATM kritisiert lange Laufzeit
Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) moniert, der Regulierer habe bei der Berechnung ein veraltetes Kostenmodell zu Grunde gelegt. Es berücksichtige nicht, dass in Zukunft praktisch keine Kupferleitungen mehr verlegt würden, sondern Glasfasern. Auch die Festsetzung des neuen Preises auf zwei Jahre sieht der VATM kritisch. Der Telekom würden langfristig zu Lasten des Wettbewerbs feste Einnahmen verschafft. Bei der Telekom sieht man das natürlich anders. "Das ist ein schlechter Tag für den Breitbandausbau im ländlichen Raum und Infrastrukturausbau in Deutschland", sagte ein Telekom-Sprecher in einer ersten Reaktion. Die Telekom sehe angesichts solcher Entscheidungen keine Grundlage mehr für den verstärkten Ausbau weißer Flecken.

(Hayo Lücke)

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  • wow Zuletzt kommentiert von surf@home am 05.04.2009 um 04:20 Uhr
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