Netzneutralität gefährdet?

Bundesnetzagentur nimmt Vodafone Pass unter die Lupe

Die neuen Vodafone-Tarife inklusive Vodafone Pass sind noch gar nicht gestartet, da gibt es offenbar schon Ärger mit der Regulierungsbehörde. Die Bundesnetzagentur will die Vodafone-Tarife mit Blick auf eine mögliche Gefährdung der Netzneutralität prüfen.

Jörg Schamberg, 27.09.2017, 12:29 Uhr
Bundesnetzagentur © Bundesnetzagentur

Daun – Am Dienstag hatte der Mobilfunknetzbetreiber Vodafone (www.vodafone.de/handy Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) für den 26. Oktober neue Red- und Young-Tarife angekündigt. Das Besondere: Inklusive ist jeweils ein sogenannter Vodafone Pass – wahlweise für die Nutzung von ausgewählten, populären Apps für Video, Musik, Soziale Netzwerke oder Chats. Das beim Streamen von Inhalten beispielsweise über Netflix oder Amazon Music angefallene Datenvolumen soll dabei nicht auf das monatlich im Tarif enthaltene Datenvolumen angerechnet werden. Gerät durch den Vodafone Pass sowie durch das schon im Frühjahr gestartete StreamOn-Angebot der Telekom die Netzneutralität in Gefahr? Laut dem Magazin "Info Digital" will die Bundesnetzagentur das neue Vodafone-Tarifangebot mit Vodafone Pass unter die Lupe nehmen.

Bundesnetzagentur prüft Vodafone-Tarife in Hinblick auf Netzneutralität

Konkret erklärte ein Sprecher der Regulierungsbehörde demnach gegenüber dem Magazin: "Die Bundesnetzagentur wird die neuen Vodafone-Tarife auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben zur Netzneutralität prüfen und nach Abschluss dieser Prüfung entscheiden, ob beziehungsweise inwieweit Anpassungen erforderlich sind." Auch StreamOn der Telekom werde bereits von der Bonner Behörde geprüft.

Andere Anbieter benachteiligt?

Das Problem bei den neuen Angeboten von Telekom und Vodafone: Die Nutzung ohne Datenlimit gilt nur für Anwendungen von Partnern der beiden Mobilfunknetzbetreiber, die mit StreamOn bzw. Vodafone Pass kooperieren. Für Unternehmen, die nicht daran teilnehmen, könnten sich Nachteile ergeben, da Telekom- und Vodafone-Kunden wohl bevorzugt die Apps nutzen werden, für die kein Datentraffic angerechnet wird. Dies könnte aber dem Gedanken der Netzneutralität widersprechen, nach der alle Daten im Netz gleich behandelt werden müssen. Telekom und Vodafone betonten jeweils bei der Ankündigung ihrer Angebote, dass sie für neue Partner offen seien.

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