Bereitstellungsfristen

Bundesnetzagentur macht Telekom Tempo mit neuen Regeln

Wettbewerber müssen im Schnitt 71 Tage warten, bis die Telekom ihnen Vorprodukte auf Basis ihres Kupfernetzes bereitstellt. Die Bundesnetzagentur will für kürzere Bearbeitungszeiten sorgen und sieht auch Vertragsstrafen vor.

Jörg Schamberg, 03.09.2020, 11:20 Uhr
SchneckentempoDie Bereitstellung von Telekom-Vorprodukten für Wettbewerber dauert oft zu lang.© Heiko Barth / Fotolia.com

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ihre Marktmacht im Geschäftskundenmarkt "missbräuchlich" aus? Der Branchenverband VATM, in dem viele Wettbewerber der Telekom organisiert sind, weist aktuell darauf hin, dass dies zumindest die Bundesnetzagentur festgestellt habe. Daher habe die Bonner Regulierungsbehörde verbindliche Regeln für den "Zugang zu Teilnehmeranschlüssen mit hoher Qualität" festgelegt. Die Wirtschaft soll dadurch von qualitativ besseren Telekommunikationsleistungen profitieren.

Telekom soll Wettbewerbern Vorprodukte schneller bereitstellen

Was bedeutet dies für die Telekom? Laut VATM müsste die Telekom ihre Angebote an die Wettbewerber vor allem hinsichtlich kürzerer Bereitstellungszeiten verbessern. "Solange es noch keine bundesweiten alternativen Gigabit-Netze gibt – und das wird noch zehn Jahre dauern –, sind die Wettbewerberunternehmen bei der Realisierung von Geschäftskundenanschlüssen in ganz Deutschland auf das Kupfernetz der Telekom und deren Vorprodukte angewiesen", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

Im vergangenen Jahr hatte der VATM mit acht seiner Mitgliedsunternehmen das Missbrauchsverfahren bei der Bundesnetzagentur angestoßen. Die Telekom verweigere sich laut Feststellung der Bundesnetzagentur vertraglichen Regelungen zu angemessenen Fristen für Auftragsbestätigungen und Produktbereitstellungen sowie zu Vertragsstrafen. Im Durchschnitt der Jahre von 2017 bis 2019 dauerte die tatsächliche Bereitstellung eines Produkts 71 Arbeitstage. Im Extremfall hätte es sogar 696 Arbeitstage und somit fast zwei Jahre gedauert.

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VATM hatte noch kürzere Fristen und höhere Strafen gefordert

Vorgesehen seien nun auch Strafen für Verstöße gegen die neuen Regeln. Der VATM hatte eigentlich noch kürzere Fristen und höhere Vertragsstrafen gefordert, als sie der Beschluss der Regulierungsbehörde (Az. BK2c-19/032) vorsehe. Potential für noch kürzere Bereitstellungsfristen sehe aber auch die Bundesnetzagentur, außerdem wolle sie die Einhaltung der Regeln durch die Telekom künftig überprüfen.

"Es wird sich erst noch zeigen müssen, ob die eher geringen Vertragsstrafen ausreichend sind, um die Telekom vom Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung wirksam abzuhalten. Aber es ist gut zu wissen, dass die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter auf dem Platz ist und auf mögliches Foulspiel achten will", erklärt VATM-Geschäftsführer Grützner. Nach Ansicht des VATM müsse die Telekom nun stärker auf die Einhaltung der vertraglichen Zusagen achten.

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