Lokale 5G-Anwendungen

Bundesnetzagentur legt Gebühren für lokale 5G-Netze fest

Start-ups, landwirtschaftliche Betriebe und Industrieunternehmen sollen bald lokale 5G-Netze nutzen können. Die Bundesnetzagentur hat jetzt moderate 5G-Frequenzgebühren für lokale Anwendungen vorgelegt.

5G© jamesteohart/ Fotolia.com

Bonn/Berlin - Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag die 5G-Frequenzgebühren für lokale Anwendungen veröffentlicht. Diese sollen für lokale Campus-5G-Netze für Frequenzen im Bereich von 3,7 GHz bis 3,8 GHz gelten. Die Gebühren seien im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien festgelegt worden. Die Frequenzgebührenverordnung soll nach Verkündigung im Bundesgesetzblatt und nach dem Inkraftreten noch im November entsprechend geändert werden.

Gebührenformel berücksichtigt verschiedene Faktoren

Bundesnetzagentur Die Bundesnetzagentur hat jetzt mit einer Gebührenfestlegung die Grundlage für die Errichtung lokaler 5G-Netze geschaffen.© Bundesnetzagentur

Nach einer Gebührenformel werde in jedem Einzelfall die 5G-Frequenzgebühr festgelegt. Es gelte jeweils immer ein Sockelbetrag in Höhe von 1.000 Euro. Weitere Bestandteile zur Berechnung der Gebühr seien die zugeteilte Bandbreite von mindestens 10 bis maximal 100 MHz, die Laufzeit der Zuteilung in Jahren sowie die Fläche des Zuteilungsgebietes in Quadratkilometern. Die Bundesnetzagentur wolle mit der Festlegung der Zuteilungsgebühr eine "optimale Nutzung und effiziente Verwendung der Frequenzen" sicherstellen.

Je mehr Bandbreite beantragt werde oder je größer das abzudeckende Gebiet sein soll, umso mehr steige die Gebühr. Die Frequenzzuteilung für Siedlungs- und Verkehrsflächen sei teuer als für andere Gebiete. Damit würden auch Frequenznutzungen in weniger dicht bebauten Gebieten wirtschaftlich interessant sein. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass der Grundbetrag so gewählt worden sei, dass beispielsweise auch Start-ups solche 5G-Netze nutzen könnten.

Auf der Webseite der Bundesnetzagentur sei der Entwurf der Verwaltungsvorschrift "Lokales Breitband" mit den erforderlichen Antragsformularen veröffentlicht worden. Damit habe die Bonner Regulierungsbehörde die Voraussetzungen für lokale 5G-Lösungen geschaffen.

BREKO erfreut über moderate 5G-Frequenzgebühren

Der Branchenverband BREKO begrüßte, dass die Bundesregierung sich auf moderate Gebühren für lokale 5G-Frequenzen geeinigt habe. "Wir freuen uns, dass sich die Bundesregierung nun endlich geeinigt hat, die Gebühren für die lokalen 5G-Frequenzen so zu gestalten, dass insbesondere mittelständische Unternehmen nicht unverhältnismäßig belastet werden und in der Folge von einer Beantragung der Frequenzen absehen. Gerade der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft braucht neben leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen auch 5G-Campuslösungen, um die zukunftssichernde Digitalisierung vorantreiben zu können", sagte BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

"Mit Glasfaser bis zum Unternehmen in Verbindung mit 5G als ‚mobiler Glasfaser‘ machen wir die Unternehmen fit für die Digitalisierung und stärken so den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die BNetzA muss nun zügig das Antragsverfahren starten, damit der Vergabeprozess für die lokalen 5G-Frequenzen schnellstmöglich beginnen kann", so Albers weiter. Die mehr als 190 Netzbetreiber des BREKO könnten dank ihrer lokalen und regionalen Glasfasernetze Geschäftskunden nun über die Zuteilung lokaler 5G-Frequenzen maßgeschneiderte Angebote wie Campuslösungen machen. Anbieter wie der baden-württembergische Netzbetreiber NetCom BW würden für den Aufbau konkreter Pilotprojekte bereits in den Startlöchern stehen.

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Jörg Schamberg

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