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Bundesnetzagentur gibt Vectoring endgültig grünes Licht

Die Bonner Regulierungsbehörde hat mit der Bekanntgabe ihrer endgültigen Entscheidung für den Einsatz der Vectoring-Technik den Startschuss für den Ausbau der schnellen Datennetze in Deutschland gegeben.

29.08.2013, 16:46 Uhr (Quelle: DPA)
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Startschuss für den Ausbau superschneller Datennetze in Deutschland ist gefallen. Die Bundesnetzagentur gab am Donnerstag in Bonn ihre endgültige Entscheidung zum Einsatz der sogenannten Vectoring-Technik bekannt. Zuvor hatte die Regulierungsbehörde ihren Vectoring-Entscheidungsentwurf auch der EU-Kommission zur Stellungnahme vorgelegt. Brüssel hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die EU-Kommission keine ernsthaften Bedenken gegen Vectoring habe. Nach Abschluss der üblichen Konsultationen gab die Netzagentur nun grünes Licht für den von der Deutschen Telekom beantragten Vectoring-Einsatz. Die neue Technologie soll VDSL-Anschlüsse auf Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beschleunigen.

Breitbandausbau kann vorangetrieben werden

Jetzt liege es an allen investitionswilligen Unternehmen, die Chancen für den Aufbau moderner Telekommunikationsnetze zu nutzen und den Breitbandausbau zügig voranzutreiben, erklärte Jochen Homann, der Präsident der Behörde. Die neue Technik kommt an den Kabelverzweigern (KVz), den grauen Kästen am Straßenrand, zum Einsatz. Die Telekom muss Wettbewerbern auch künftig grundsätzlich den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung am KVz gewähren.

Nur unter besonderen Bedingungen kann der Bonner Konzern den Zugang zur sogenannten "letzten Meile" am KVz verweigern. Das gilt beispielsweise, wenn die Telekom oder ein anderes Unternehmen dort Vectoring einsetzen wollen. Alle Marktteilnehmer sollen auf Basis des Vorschlags der Netzagentur KVz mit Glasfaser erschließen und Vectoring nutzen können. Allerdings müssen Konkurrenten dann Bitstromprodukte im Rahmen eines offenen Netzzugangs angeboten werden.

Telekom soll Musterverträge entsprechend ändern

Die Telekom als Betreiber des größten deutschen Festnetzes wurde aufgefordert, ihre Musterverträge für den Zugang zum Netz für ihre Konkurrenten entsprechend zu ändern. Da am Kabelverzweiger aus technischen Gründen keine zwei Anbieter ihre Technik einsetzen können, muss der Branchenprimus sicherstellen, dass die Konkurrenten auf anderem Wege ihre Produkte den Endkunden anbieten können.

(Jörg Schamberg)

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