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Bundesnetzagentur bekämpft Telekom-Marktmacht

Die Deutsche Telekom AG muss die Kabelkanäle zwischen Hauptverteilern und den Kabelverzweigern für Wettbewerber öffnen.

27.06.2007, 15:57 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Deutschen Telekom bläst im Streit um das schnelle VDSL-Netz nicht nur Gegenwind aus Brüssel entgegen, auch die Bundesnetzagentur duldet keine Regulierungsferien. Die Behörde gab heute in Bonn eine Regulierungsverfügung für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung bekannt. In den nächsten zwei Jahren muss die Telekom ihren Wettbewerbern nicht nur Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) - der so genannten letzten Meile - gewähren, sondern auch die Kabelkanäle zwischen Hauptverteilern und den Kabelverzweigern für Wettbewerber öffnen.
In einer Marktdefinition und Marktanalyse kam die Bundesnetzagentur zu dem Schluss, dass die Telekom im Bereich des Zugangs zur TAL nach wie vor über eine beträchtliche Marktmacht verfüge. Die Regulierungsverfügung soll nun dafür sorgen, dass mindestens in den beiden kommenden Jahren ein entsprechender Wettbewerb möglich ist. Alle bereits in der Regulierungsverfügung von April 2005 auferlegten Verpflichtungen sind beibehalten worden.
Kabelkanäle müssen geöffnet werden
Ergänzend wurde verfügt, dass die Deutsche Telekom ihre Kabelkanäle zwischen Hauptverteilern und den Kabelverzweigern für Wettbewerber öffnen muss. Sollte aus technischen Gründen oder aufgrund von Kapazitätsproblemen ein direkter Zugang zu den Kabelkanälen nicht möglich sein, ist die Telekom sogar verpflichtet, anderen Unternehmen den Zugang zu unbeschalteten Glasfaserleitungen zu gewährleisten.
Mit dieser zusätzlichen Verfügung will der Regulierer den Wettbewerb auf dem VDSL-Markt ankurbeln, ohne die Telekom grundsätzlich zu verpflichten, bereits verlegte Glasfaserkabel durch Wettbewerber nutzen zu lassen. Vielmehr sollen Telekom-Wettbewerber die Möglichkeit bekommen, über die Kabelkanäle ebenfalls glasfaserbasierte Infrastrukturen für die Highspeed-Internetnutzung aufzubauen. Dadurch würden für die Telekom-Konkurrenten zeit- und kostenintensive Grabungsarbeiten wegfallen.
Druck von Kurth
"Noch offene Detailfragen, insbesondere zu den konkreten technischen Zugangsbedingungen, sollten jetzt zügig und im eigenen Interesse zwischen der Deutschen Telekom und den Wettbewerbern einvernehmlich geregelt werden", forderte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Er kündigte gleichzeitig an, die Bundesnetzagentur werde die Bedingungen festlegen, falls es nicht zu einer freiwilligen Einigung komme.

(Hayo Lücke)

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