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Bundesnetzagentur: 28,4 Millionen Breitbandanschlüsse - Breitbandausbau kommt voran

Die Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland kletterte bis Mitte dieses Jahres laut dem am Montag vorgestellten Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur auf 28,4 Millionen. Deutschland liege bei der Breitbandpenetration inzwischen weit über dem EU-Durchschnitt.

16.12.2013, 14:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu, die Bonner Bundesnetzagentur, zuständig unter anderem für die Regulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes, zieht bereits Bilanz und hat am Montag ihren 351 Seiten umfassenden Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2012/2013 (PDF) vorgestellt. Nach Ansicht der Regulierungsbehörde ist der Breitbandausbau in Deutschland in diesem Jahr gut voranangekommen. "70 Prozent der Haushalte nutzen einen Breitbandanschluss; 58 Prozent der Haushalte können 50 Mbit/s und mehr erhalten", erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Der deutsche Telekommunikationsmarkt sei auf einem guten Weg, gerade auch im Vergleich mit anderen europäischen Ländern.

28,4 Millionen Breitbandanschlüsse

Bis zur Mitte dieses Jahres kletterte die Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland auf 28,4 Millionen. Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt dies eine Breitband-Penetrationsrate von über 34 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 28,8 Prozent. Der Löwenanteil der Breitband-Zugänge fiel mit 23,3 Millionen auf DSL-Anschlüsse, auf die Deutsche Telekom entfielen zur Jahresmitte 12,4 Millionen dieser Anschlüsse.

Die Wettbewerber der Deutschen Telekom steigerten ihren Marktanteil leicht auf 56 Prozent (10,8 Millionen DSL-Anschlüsse). Punkten konnten nach Angaben der Regulierungsbehörde hier aber ausschließlich die Kabelnetzbetreiber, die ihren Marktanteil in diesem Jahr auf rund 17 Prozent bzw. 4,8 Millionen Anschlüsse ausbauen konnten. Die Deutsche Telekom setzt vor allem auf einen Ausbau ihrer VDSL-Infrastruktur: Mittelfristig soll VDSL für zwei Drittel der Haushalte verfügbar sein. Das wäre eine Verdoppelung im Vergleich zur heutigen VDSL-Verbreitung. VDSL erreichte Mitte des Jahres einen Anteil von 6 Prozent an der Gesamtzahl der DSL-Anschlüsse.

Die Telekom kann nun zudem ihr Netz per Vectoring-Technologie aufrüsten, so dass sich Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download realisieren lassen. "Hier sind mit unserer im August getroffenen Vectoring-Entscheidung bereits wesentliche Voraussetzungen für einen chancengleichen Wettbewerb und verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen worden", betont Homann.

Internet mit 1 Mbit/s für 99,8 Prozent der Haushalte

Auch hinsichtlich der flächendeckenden Breitbandversorgung vermeldet die Bonner Behörde Erfolge: Laut Breitbandatlas der Bundesregierung stehen Breitband-Zugänge mit mindestens 1 Mbit/s inzwischen für 99,8 Prozent der Haushalte zur Verfügung. 98 Prozent der Haushalte können bei Bedarf auf mindestens 2 Mbit/s schnelle Internetanschlüsse zurückgreifen. "Besonders erfreulich ist, dass sich auch im ländlichen Raum die Versorgung mit Breitbandanschlüssen deutlich verbessert", so Netzagentur-Präsident Homann. Insbesondere LTE hätte einen Beitrag zur Schließung weißer Flecken geleistet.

Eine Universaldienstverpflichtung sieht Homann als nicht erforderlich an. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur "erscheint es effizienter, zur Schließung der verbleibenden weißen Flecken auf dezentrale Initiativen mit Kenntnissen vor Ort zu setzen als auf ein zentralisiertes Vorgehen." Bei den letzten noch verbliebenen weißen Flecken gehe es um "kleinteilige Ausbauinvestitionen".

Das von der Bundesregierung für 2018 anvisierte Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s sei "sehr ambitioniert". Breitbandanschlüsse mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s seien derzeit für rund 58 Prozent der Haushalte verfügbar. Für den weiteren Ausbau müsse der richtige "Mix an Technologien und Strategien" realisiert werden. Vor allem dank der Kabelnetzbetreiber sei die Versorgung mit solch hohen Breitbandanschlüssen seit 2010 um circa 40 Prozent gestiegen. Allerdings klafft nicht nur in Deutschland, sondern auch bei anderen europäischen Nachbarn ein "deutlicher Abstand" zwischen den technisch bereits verfügbaren schnellen Breitbandanschlüssen sowie der noch sehr geringen tatsächlichen Nachfrage der Haushalte nach Highspeed-Internetzugängen.

Netzagentur sieht noch Diskussionsbedarf zu Vorschlägen der EU-Kommission

Bundesnetzagentur-Präsident Homann will angesichts der von der EU-Kommission vorgelegten Vorschläge zur Vereinheitlichung des europäischen Telekommunikationsmarktes weiter auf Wettbewerb setzen. "Regulierung muss auf sich wandelnde Gegebenheiten reagieren und darf insofern kein starres Konzept darstellen. Das bewährte wettbewerbliche Leitbild sollten wir aber nicht leichtfertig zur Disposition stellen", erklärte Homann. Mit Blick auf die Vorschläge aus Brüssel sieht die Regulierungsbehörde noch "Bedarf für eine vertiefte Diskussion auf Basis einer sorgfältigen Analyse."

(Jörg Schamberg)

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