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Bundesliga-Streit: Telekom zu Kompromiss bereit

Die "Financial Times Deutschland" will erfahren haben, dass die Telekom bereit ist, im Streit um die Übertragungsrechte der Fußball Bundesliga einzulenken, sollte sie die Namens- und Mobilfunkrechte an der Liga zu einem günstigen Preis erhalten.

01.06.2006, 09:28 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Möglicherweise noch in dieser Woche könnte der Streit um die Übertragungsrechte der Fußball Bundesliga beendet werden. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, ist die Telekom bereit, unter bestimmten Voraussetzungen einzulenken. Sie würde auf die Verbreitung ihrer Übertragungsrechte per Satellit und Kabel verzichten wenn sie im Gegenzug von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Namensrechte an der Bundesliga sowie die Mobilfunk-Rechte zu einem günstigen Preis erhielte, heißt es laut der Zeitung aus Verhandlungskreisen.
Außergerichtliche Einigung?
Seit mehreren Wochen streiten die Telekom und Partner Premiere mit DFL und dem neuen Pay-TV-Sender arena darum, wer genau wann, wo und wie seine erworbenen Übertragungsrechte einsetzen darf. Eigentlich hatten Telekom und Premiere darauf gepocht, ihre Rechte auch für Satelliten- und Kabel-Übertragungen einsetzen zu dürfen, hatten dieses Vorhaben aber schon bei der offiziellen Bekanntgabe der künftigen Zusammenarbeit aufgrund der juristischen Streitigkeiten zunächst offen gelassen.
Der nun von der Telekom vorgeschlagene Deal ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Über den endgültigen Preis, zu dem die Telekom die Internet- und Namensrechte für die Bundesliga erhält, sei noch keine Einigung erzielt worden, berichtet die Zeitung weiter. "Beide Seiten müssen sich auf jeden Fall noch bewegen", heiße es aus dem Umfeld der Verhandlungen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr: die DFL hat der Telekom bis Freitag Zeit gegeben, auf den Kompromissvorschlag einzugehen. Gegenüber der FTD sagte ein Liga-Manager: "Am Freitag wird entschieden." Sollte es zu keiner Einigung kommen, droht die DFL mit juristischen Schritten. Das wäre allerdings weder für das Image der Bundesliga noch für alle Beteiligten von Nutzen.
Niederlage für Premiere?
Sollten sich DFL und Telekom einigen, würde dies bedeuten, dass die Internet-Rechte von der Telekom nur für die Verbreitung über das VDSL- beziehungsweise gegebenenfalls auch über das ADSL2(+)-Netz der T-Com genutzt werden. Das wiederum wäre für Premiere ein harter Rückschlag, da der Sender dann seine Hoffnungen begraben müsste, einen Großteil seiner Kunden mit einem Bundesliga-Angebot versorgen zu können.

(Hayo Lücke)

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