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Bundesliga-Streit: Premiere vor dem Untergang?

Nach der Telekom ist nun offensichtlich auch arena zu einem Kompromiss im Streit um die Fußball-Übertragungsrechte bereit. Premiere droht nun eine massive Kündigungswelle.

02.06.2006, 09:26 Uhr
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Im Streit um die Verwertung der Übertragungsrechte an der Fußball Bundesliga zeichnet sich offensichtlich eine endgültige Einigung ab. Nachdem zunächst die Telekom Kompromissbereitschaft signalisiert hatte, ist nun offensichtlich auch der neue Bezahlsender arena bereit, sich auf einen Deal einzulassen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, will arena nun doch nicht auf die eigenen Internetrechte pochen sollte die Telekom im Gegenzug auf die Verbreitung ihres IP-Signals über Kabel und Satellit verzichten. Der große Verlierer wäre in diesem Fall der bisherige Bundesliga-Platzhirsch Premiere.
Exklusivität für beide Seiten
Im Falle einer Einigung hätte arena das Ziel erreicht, exklusiv im klassischen Pay-TV über jährlich 612 Spiele der Fußball Bundesliga und 2. Bundesliga berichten zu dürfen. Das Gleiche gilt für die Telekom, die alle Spiele ohne direkten Konkurrenten über das Internet übertragen dürfte. Sie hätte damit einen echten Mehrwert, um Kunden für das neue IPTV-Angebot T-Home zu begeistern, das rechtzeitig zur neuen Bundesligasaison am 11. August mittels VDSL in zunächst zehn Großstädten zu empfangen sein wird. Später ist ein Ausbau auf 50 Städte geplant. Allerdings nur dann, wenn auf eine Regulierung des neuen VDSL-Netzes verzichtet wird. Ansonsten hatte die Telekom einen Ausbaustopp des Hochgeschwindigkeitsnetzes angedroht.
Premiere im Abseits
Bei Premiere stehen unterdessen stürmische Zeiten bevor. Premiere-Boss Georg Kofler hatte durch die Partnerschaft mit der Telekom gehofft, die Fußball Bundesliga doch noch auf klassischem Wege an seine Kunden bringen zu können. Er hatte dabei auch nicht darauf verzichtet, arena auf der Premiere-Hauptversammlung verbal zu attackieren. Auch die Telekom hatte durch einen offensichtlichen Formfehler im ausgehandelten Vertrag zu den Bundesligaübertragungen stets offen gelassen, die Internetrechte für eine Ausstrahlung des IP-Signals über Kabel und Satellit zu nutzen.
Nun hat sich der Telekommunikationskonzern mit einem Blick in die Zukunft aber offensichtlich für die engere Partnerschaft mit der DFL und gegen Premiere entschieden. Über die DSL-Schiene kann Premiere nun nur einen kleinen Teil seiner Kunden mit Bundesliga-Fernsehen versorgen. Es ist nun davon auszugehen, dass sich Premiere auf einen massiven Kündigungsansturm einstellen muss. An der Börse schmierte der Kurs der Premiere-Aktie zeitweilig auf zirka 10,50 Euro ab, aktuell liegt er bei gut 11 Euro.

(Hayo Lücke)

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