News

Bundesliga-Rechte: ZAK könnte Telekom ausbremsen

"Es ist dünnes Eis, auf dem sich die Telekom bewegt", warnte der ZAK-Programmbeauftragte Thomas Langheinrich gegenüber der "FTD". Die Medienwächter haben Bedenken vor zu viel Einfluss auf Constantin Medien.

09.02.2012, 09:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Medienwächter könnten die Bundesliga-Hoffnungen der Deutschen Telekom zunichte machen. Laut eines Berichts der "Financial Times Deutschland" (FTD) rüstet sich die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), jenen Plänen einen Riegel vorzuschieben, wonach sich die Telekom auch die TV-Rechte für die Ausstrahlung von Livespielen der Fußball Bundesliga über Kabel und Satellit sichern möchte. ZAK-Vorstand Thomas Fuchs sagte der Zeitung: "Wenn sich das Volumen der Sportrechte vervielfacht, macht das eine Neubewertung nötig." Bis zum Ende der kommenden Saison verfügt die Telekom für ihr Angebot Liga Total nur über die TV-Rechte per IPTV.

Warnschuss in Richtung Telekom

Grund für die Ankündigung der ZAK sei die Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland mit rund 15 Prozent an der Telekom beteiligt ist. Deswegen gelte das Untenehmen medienrechtlich als staatsnah und dürfe selbst kein TV-Programm veranstalten, schreibt die FTD weiter. Die derzeitige Lizenz wurde der Telekom nur erteilt, weil bei Liga Total die Verantwortung für Produktion und Redaktion an Constatin Medien abgegeben wurde. Bei der ZAK habe man nun Bedenken, dass bei einer Ausweitung der Übertragungsrechte der Einfluss der Telekom auf den Partner überhandnehmen könnte. "Es ist dünnes Eis, auf dem sich die Telekom bewegt", warnte der ZAK-Programmbeauftragte Thomas Langheinrich der Zeitung.

Ein Einschreiten der Medienwächter wäre gleichbedeutend mit guten Nachrichten für den Pay-TV-Marktführer Sky. Der momentane Lizenznehmer für Kabel- und Satellitenübertragungen der Bundesliga-Livespiele ist an einer langfristigen Verlängerung seiner Partnerschaft mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) interessiert und bekommt zu diesem Zweck finanzielle Unterstützung vom Mutterkonzern News Corporation. Der Medienkonzern pumpt weitere 300 Millionen Euro in seine deutsche Tochter - auch um der DFL die finanzielle Sicherheit von Sky zu demonstrieren. Für Sky sind die Bundesliga-Rechte aber auch überlebensnotwendig, weil viele Kunden den Sender hauptsächlich wegen eben dieser Sportübertragungen abonniert haben.

DFL klärt über TV-Rechte auf

Am Donnerstag-Mittag wird die DFL in Frankfurt weitere Details zum Ausschreibungsverfahren der TV-Rechte vorstellen. Dem Vernehmen nach sollen sich bisher 30 Unternehmen um Übertragungsrechte beworben haben - darunter auch Google und Yahoo. Denn: Die Zusammenfassung von Bundesligaspielen könnte ab der Saison 2013/2014 erstmals in einer Art Internet-Sportschau laufen. Höhepunkte von den Bundesliga-Spielen im klassischen Free-TV würde es dann erst ab 21:45 Uhr geben. Mit einer Entscheidung seitens der DFL wird aber erst im Mai gerechnet.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang