Manipulationsverdacht

Bundeskartellamt prüft Nutzerbewertungen im Internet

Das Bundeskartellamt will zahlreiche Internet-Portale zu Nutzerbewertungen befragen. Es gebe Hinweise, dass solche Bewertungen häufig gefälscht oder manipuliert sind. Viele Verbraucher würde auf die Bewertungen im Internet vertrauen.

Jörg Schamberg, 23.05.2019, 13:07 Uhr (Quelle: DPA)
Online-Shopping© Denys Prykhodov / Fotolia.com

Bonn - Das Bundeskartellamt will die Nutzerbewertungen im Internet genauer unter die Lupe nehmen. "Es gibt Hinweise, dass Nutzerbewertungen nicht selten gefälscht oder manipuliert sind", berichtete Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Donnerstag in Bonn. Dabei seien sie neben dem Preis das wichtigste Entscheidungskriterium für Verbraucher beim Online-Kauf. Und viele Verbraucher vertrauten auch bei der Wahl des Arztes, des Handwerkers oder des Restaurants auf die Urteile anderer Nutzer im Internet.

Wettbewerbswächter wolle Betreiber von Internet-Portalen befragen

Mit einer Sektoruntersuchung will die Wettbewerbsbehörde in den kommenden Monaten die Probleme mit den Bewertungen genauer unter die Lupe nehmen. Dazu sollen zahlreiche Betreiber von Internet-Portalen befragt werden. Vorrangiges Ziel sei es, herauszufinden, welche Bewertungssysteme besonders anfällig für Fälschungen und Manipulationen seien. "Wenn Verbraucher aufgrund nicht-authentischer Bewertungen zu falschen geschäftlichen Entscheidungen verleitet werden, kann dies einen Verbraucherrechtsverstoß darstellen", betonte die Behörde.

Untersuchungen und Medienberichte hatten in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass Nutzerbewertungen im Internet in vielen Fällen nicht authentisch seien, weil sie etwa von Computern generiert würden oder weil der Bewertende eine Gegenleistung erhalten habe, ohne dies transparent zu machen.

Das Bundeskartellamt kann im Bereich Verbraucherschutz Untersuchungen durchführen und so etwaige Verstöße sowie mögliche Defizite in der Rechtsdurchsetzung identifizieren. Die Befugnis, aufgedeckte Rechtsverstöße auch per behördlicher Verfügung abzustellen, ist damit bislang hingegen nicht verbunden.

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