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Bundeskanzlerin Merkel im Internet-"Neuland"

Bei dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin geht es um große Themen der Weltpolitik: Syrien, Afghanistan und die Internet-Überwachung durch US-Geheimdienste. Im Netz sorgte dagegen ein unbedachter Ausspruch von Angela Merkel für Heiterkeit.

19.06.2013, 18:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit einer Bemerkung über das Internet für heitere und spöttische Reaktionen im Netz gesorgt. "Das Internet ist für uns alle Neuland", sagte Merkel am Mittwoch auf eine Frage zum Internet-Spähprogramm "Prism" bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama im Kanzleramt. Nutzer des Online-Netzwerkes Twitter griffen die Bemerkung hundertfach auf. Das Schlagwort "#Neuland" wurde zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland.

Witze über das #Neuland

"So ähnlich müssen sich die Indianer gefühlt haben, als Kolumbus bei ihnen "Neuland" entdeckte", schrieb eine Twitternutzerin. "Ich bin bloß mißtrauisch, weil das #Neuland schon bevölkert ist. Wieviele sind wir? Zwei Milliarden? Wahrscheinlich alles Terroristen", witzelte ein anderer Nutzer. Innerhalb von Minuten tauchte ein Twitterprofil unter dem Namen "NeulandInternet" auf, das Sätze wie "Wenn ich mal groß bin, will ich Kanzlerin von Neuland sein" ins Netz schickte.

Auch politische Gegner von Merkel versuchten, die Gelegenheit zu nutzen. "Also ich fühle mich in diesem #Neuland eigentlich meistens ganz wohl", twitterte Sigmar Gabriel. Der SPD-Vorsitzende hatte Twitter im Mai 2012 für sich entdeckt und beantwortet seitdem dort regelmäßig Bürgerfragen. Die Piratenpartei verbreitete als Antwort auf die Merkel-Bemerkung einen Link zu ihrem Wahlprogramm.

Anderen Netz-Anwendern gingen die Witze schnell auf die Nerven. "Genug über Neuland gelacht? Dann erklärt mir ihr Alleswisser doch mal fix den Euro-Rettungsfonds", schrieb ein Nutzer. Und ein anderer verteidigte die Kanzlerin: "So schnell, wie sich das Internet entwickelt, kann man im Netz fast jeden Tag wirklich Neuland betreten".

Die Bundeskanzlerin ist im Gegensatz zu US-Präsident Barack Obama selbst nicht auf Twitter vertreten, sondern überlässt das Twittern ihrem Regierungssprecher Steffen Seibert (@RegSprecher). Merkel veröffentlicht aber seit Sommer 2006 regelmäßig Video-Podcasts im Web und hat kürzlich einen "Google-Hangout" (Videochat-Konferenz) zum Thema Integration veranstaltet.

(Saskia Brintrup)

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