350 Millionen Euro

Bund startet Förderung von Gigabit-Speed für Gewerbegebiete

Gewerbe- und Industriegebiete sollen mit mindestens 1 Gbit/s schnellen Glasfaseranschlüssen erschlossen werden. Ein entsprechendes Förderprogramm in Höhe von 350 Millionen Euro hat das Bundesverkehrsministerium nun gestartet.

Jörg Schamberg, 16.01.2017, 11:30 Uhr
Glasfaserkabel© zentilia / Fotolia.com

Berlin – Das bereits im vergangenen Juni von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt angekündigte Sonderprogramm Gewerbegebiete geht an den Start. Das Ministerium stellt 350 Millionen Euro Fördermittel bereit, um bislang unterversorgte Gewerbe- und Industriegebiete sowie Häfen an das schnelle Glasfasernetz anzuschließen.

Förderanträge sollen schnell bearbeitet werden

"Wir steigern die Dynamik des Netzausbaus in Deutschland weiter und bringen Gigabit-Netze zu den kleinen und mittleren Unternehmen, die unter normalen Marktbedingungen bislang keinen Breitbandzugang erhalten haben", betont Minister Dobrindt. Die Förderung würde "Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro" auslösen. Zusagen auf gestellte Förderanträge sollen schnell erfolgen.

Mindestgeschwindigkeit von 1 Gbit/s symmetrisch

Das Sonderprogramm sei Bestandteil des Bundesförderprogramms Breitbandausbau. Entsprechende Projektanträge könnten nun von Kommunen und Landkreisen eingereicht werden. Der Breitbandausbau im Rahmen des Sonderprogramms soll technologieneutral gefördert werden. Als Mindestgeschwindigkeit ist allerdings symmetrisch 1 Gbit/s für Up- und Download vorgesehen. 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten könnten gefördert werden, maximal werden einzelne Projekte mit einem Höchstbetrag von einer Million Euro unterstützt. Das Förderprogramm des Bundes könne aber mit Förderprogrammen der Länder kombiniert werden. Weiterer Vorteil: Es sollen nicht nur die einzelnen Betriebe an Highspeed-Internet angeschlossen werden, sondern auch öffentlich zugängliche Flächen der Gewerbe- und Industriegebiete kostenloses WLAN erhalten.

BREKO begrüßt neue Fördermittel

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) begrüßte die neue Fördermöglichkeit, da sie helfe, Deutschland auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft weiter voranzubringen. Allerdings verweist der Verband auf Details in den Förderregelungen. Demnach müssen 80 Prozent der Grundstückseigentümer im jeweiligen Gewerbe- bzw. Industriegebiet eine Eigenbeteiligung in Höhe von 2.000 Euro leisten, um Fördermittel erhalten zu können. Es werde sich in den kommenden Monaten zeigen, ob diese Eigenbeteiligung das Förderprogramm weniger attraktiv mache. Der BREKO weist zudem darauf hin, dass die Fördermittel im so genannten Windhundverfahren vergeben werden, also nach ihrem zeitlichen Eingang im Ministerium.

"Gerade in Hinsicht auf die Anbindung von Unternehmen mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen besteht dringender Handlungsbedarf, den die Bundesregierung mit ihrem klaren Fokus auf Glasfaser bis direkt zu den Unternehmen erkannt hat", sagt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

Keine Fördermittel für Unternehmen in den Nahbereichen um die Hauptverteiler?

Der BREKO kritisiert jedoch, dass für Unternehmen in den Nahbereichen um die bundesweit rund 8.000 Hauptverteiler keine entsprechende Fördermöglichkeit bestehe. Die Vectoring-II-Entscheidung der Bundesnetzagentur vom vergangenen Herbst, die der Deutschen Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) grünes Licht für den Vectoring-Ausbau gegeben hatte, verhindere die Förderung von Glasfaseranschlüssen in diesen Gebieten. Der Branchenverband plädiert daher dafür, dass bei der Förderung keine Unterscheidung zwischen Nahbereichen und anderen Gebieten gemacht werden solle.

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