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BUGLAS: Forderungskatalog für Glasfaserausbau

Anlässlich ihrer ersten Jahresversammlung stellte der "Bundesverband Glasfaser" einen Sieben-Punkte-Katalog vor. Der Ausbau der Netze erfordere mehr Planungs-und Investitionssicherheit.

27.11.2009, 09:46 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Im März dieses Jahres schlossen sich unter anderem die regionalen Provider NetCologne und M-Net zum neuen Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS) zusammen. Die erste Jahresversammlung des auf inzwischen 17 Mitgliedsunternehmen angewachsenen Verbandes fand am Donnerstag in Köln statt. Der Glasfaserverband stellte einen Sieben-Punkte-Katalog mit Forderungen an Politik und Regulierungsbehörden vor.
Investitionen von einer Milliarde Euro bis 2014
Alle Mitgliedsunternehmen verfügen über eigene Glasfasernetze, die Schritt für Schritt ausgebaut werden sollen. Das "Glas im Haus" sei ein Alleinstellungsmerkmal, heißt es. Bis Ende des Jahres werden die im BUGLAS zusammengeschlossen Unternehmen bereits 265 Millionen Euro in den Ausbau der Netze investiert haben. Bundesweit seien inzwischen 110.000 Gebäude mit 505.000 Haushalten angeschlossen. Die Ausbaupläne bis Ende 2014 sind ehrgeizig: das Investitionsvolumen soll bis dahin eine Milliarde Euro erreichen. Für 330.000 Gebäude mit 1,5 Millionen Haushalten wird dann ein Zugang zum Internet per Glasfaser möglich sein. Mit eigenen Glasfasernetzen wollen sich die BUGLAS-Unternehmen von Netzen Dritter und Vorleistungen der Telekom unabhängig machen.
Breitbandinitiative der Bundesregierung nicht ehrgeizig genug
Die Investitionsbereitschaft der Internetanbieter sei jedoch von "freundlichen Rahmenbedingungen" abhängig. Die Breitbandinitiative der Bundesregierung, die bis 2014 für 75 Prozent der Haushalte Bandbreiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) vorsieht, müsse für Anschlüsse mit 100 Mbit/s und mehr fortgeschrieben werden. Ein Ziel von 50 Mbit/s sei nicht ehrgeizig genug. Förderkonzepte müssten transparent und bedarfsgerecht gestaltet werden. Die Unternehmen sollten ausreichende Planungssicherheit erhalten.
BUGLAS-Präsident und M-net Geschäftsführer Hans Konle kritisierte, dass der Zeitraum von lediglich zwei Jahren für die durch die Bundesnetzagentur festgelegten Entgelte für TAL oder Bitstrom zu kurz sei. Mehr Investitionssicherheit würde eine Festlegung dieser Entgelte für direkt drei bis fünf Jahre bringen. Die aktuellen Vorleistungsentgelte, auf die Internetanbieter ohne eigenen Netz zugreifen können, dürften nicht weiter abgesenkt werden. Andernfalls würden die Investitionen in die Glasfasernetze entwertet. Abgelehnt wurde eine Subventionierung der veralteten Kupferinfrastruktur der Telekom. Würden Kunden auf Glasfaser umsteigen wollen, müssten die BUGLAS-Provider derzeit ein Kündigungsentgelt von 20 Euro für die TAL-"Stilllegung" an die Telekom zahlen. Dies sei ein "völlig absurder Sachverhalt", so Konle, der dies mit einer Art Abwrackprämie verglich.
Glasfaserzugang ins Haus muss gesichert sein
Als weitere Forderung drängt der BUGLAS auf eine gesetzgeberische Absicherung des Zugangs in die Häuser und der Errichtung der Hausverkabelung im Gebäude. Häufig würden sich Grundstückseigentümer querstellen, obwohl die Mieter einen Glasfaseranschluss wünschen. Als Beispiel nannte Konle hier den Münchener Stadtteil Neu-Perlach. Ein Drittel der dortigen Grundstücke sei im Besitz eines einzigen Eigentümers, der sich gegen den Glasfaseranschluss sperre. Als Folge würde daher der ganze Ort nicht ausgebaut.
Glasfaser als "Technologie der Zukunft"
NetCologne-Geschäftsführer Werner Hanf sieht in Glasfaser die "Technologie der Zukunft". Von der Bandbreite her sei nahezu keine Grenze abzusehen. Immer größere Bedeutung würde etwa das hochauflösende Fernsehen (HDTV) erhalten. Hierfür würden hohe Bandbreiten benötigt. Inzwischen würden rund 1.000 gewerbliche Kunden Internetzugänge mit Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s und mehr nutzen.
"Die Kunden sind unsere Experten" betonte auch Theo Weirich, BUGLAS Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des norddeutschen Providers Wilhelmtel. Seit Mitte des Jahres sei 100 Mbit/s ein Standardprodukt. Die Hauptanwendung der Highspeed-Anschlüsse sieht er im Bereich Multimedia. Im Vergleich zum Kabel sei der Vorteil der Glasfaser , dass die Bandbreite nicht mit anderen Hausbewohnern geteilt werden müsse. Hohe Bandbreiten seien zudem die Voraussetzung für Echtzeitanwendungen. Die Nachbarländer sind laut Weirich beim Ausbau der Glasfaser-Technologie schon weiter.
Nicht alle "weißen Flecken" lassen sich schließen
Die BUGLAS-Unternehmen würden als regionale Anbieter Verantwortung für ihre jeweilige Region übernehmen und sich an dem Schließen der sogenannten "weißen Flecken" beteiligen. Aus wirtschaftlichen Gründen müssten sich die Provider dort aber teilweise auch mit Zwischenschritten wie der Nutzung von Kabelverzweigern begnügen.

(Jörg Schamberg)

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