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BUGLAS fordert Mut zur Glasfaser auch in ländlichen Regionen

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) hat in Brüssel vor EU-Vertretern seine Position zum Glasfaserausbau dargelegt. Auf Glasfaser müsse auch in ländlichen Regionen gesetzt werden.

17.01.2015, 15:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) ist am Freitag in Brüssel vorstellig geworden, um dort hochrangigen Vertretern der EU-Kommission eine eigene Einschätzung zum Breitbandausbau in Deutschland zu geben. In dem Verband sind FttB/H-Carrier zusammengeschlossen, die Glasfaser bis in die Häuser bzw. Wohnungen verlegen. Laut BUGLAS ist Glasfaser nicht nur eine Infrastruktur für Städte, sondern sei auch in ländlichen Gebieten erforderlich.

Mix von Anschlusstechnologien ist nur kurzfristige Lösung

"Gerade in ländlichen Räumen brauchen wir bereits heute den Mut zur Glasfaser", betont BUGLAS-Vizepräsident Theo Weirich. Über einen Mix aus verschiedenen Anschlusstechnologien würden sich zwar kurzfristig höhere Internetbandbreiten für ländliche Gebiete erzielen lassen, mittelfristig müsse man aber auch hier auf Glasfaser setzen.

Der Breitbandbedarf verdoppele sind rund alle zwei Jahre. "Und nur mit Glasfaser-Anschlüssen lässt sich die absehbare Entwicklung zur Gigabit-Gesellschaft meistern", so Weirich weiter. Die Glasfaser-Infrastrukturen, in die Mitgliedsunternehmen des BUGLAS investierten, ließen sich auch noch in Jahrzehnten nutzen.

BUGLAS setzt auf Anbieter vor Ort statt auf große Player

Als Motor des Glasfaserausbaus sieht der BUGLAS die lokal und regionale tätigen, meist kommunalen Unternehmen. In Brüssel erteilte der BUGLAS Plänen der EU eine Absage, die im Rahmen der Digitalen Agenda vor allem auf wenige große starke Player auf dem Breitbandmarkt setzen. Weirich verweist auf den Misserfolg einer solchen Strategie beispielsweise in den USA: "Der vom US-Präsidenten aktuell vorgelegte Bericht über die Situation in den Vereinigten Staaten zeigt ganz deutlich, dass ein Markt mit wenigen Großunternehmen zu einer unbefriedigenden Breitbandversorgung mit vergleichsweise hohen Preisen führt.

Förderprogramme sollten mittelstandsfreundlich gestaltet sein, forderte der BUGLAS in Brüssel. "Es ist gut, wenn gerade für ländliche Gebiete Fördermittel bereitgestellt werden", so Weirich. "Diese sollten aber grundsätzlich dafür verwendet werden, die bestmögliche Anschlusstechnologie auszurollen. Und das wird auf Jahrzehnte die Glasfaser bis ins Haus sein."

Neben Forderungen und Klarstellungen hielt der Branchenverband in Brüssel aber auch Lob für den neuen Europäischen Investitionsplan bereit. Über diesen sollen in den kommenden drei Jahren möglichst Infrastrukurinvestitionen im dreistelligen Milliardenbereich angeregt werden. "Das kann bei entsprechender Ausgestaltung und Dotierung des Programms gerade in ländlichen Räumen, wo ausbauende Unternehmen andernfalls die hohen Investitionsrisiken alleine tragen müssten, ein geeignetes Instrument zur Flankierung sein," so Weirich.

(Jörg Schamberg)

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