Kritik

BUGLAS: Bei zu hohen TAL-Entgelten fehlt Geld für Glasfaserausbau

Die von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Erhöhung der Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) wird vom Glasfaserverband BUGLAS abgelehnt. Stattdessen müssten die TAL-Entgelte langfristig stabil bleiben.

BUGLAS© Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS)

Bonn – Am Mittwoch hatte die Bundesnetzagentur eine Erhöhung der Entgelte für die Anmietung der sogenannten "letzen Meile" vorgeschlagen. Die monatlichen Entgelte sollen ab 1. Juli 2019 für die Teilnehmeranschlussleitung am Hauptverteiler von 10,02 Euro auf 11,19 Euro (+ 11,6 Prozent) bzw. von aktuell 6,77 Euro auf 7,05 Euro (+ 4,1 Prozent) steigen. Die Telekom hatte sogar eine Erhöhung auf 12,10 Euro bzw. 8,18 Euro gefordert. Der Branchenverband VATM hatte den Entgeltvorschlag der Bonner Regulierungsbehörde als "nicht nachvollziehbar" kritisiert. Kritik kam am Freitag auch vom Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS), in dem unter anderem die regionalen Telekommunikationsanbieter NetCologne und M-net vertreten sind. Die fast 130 Mitgliedsunternehmen des Verbandes versorgen über 70 Prozent aller deutschen FttB/H-Kunden.

BUGLAS für stabile TAL-Entgelte

Der BUGLAS fordert stabile Entgelte für die "letzte Meile" im Kupferanschlussnetz. Das Berechnungsmodell der Bundesnetzagentur müsse sachgerecht angepasst werden. Für den Ausbau der Glasfasernetze seien die ausbauenden Anbieter auf einen langfristig verlässlichen Ordnungsrahmen angewiesen. Es gelte bei den Entgelten für die Teilnehmeranschlussleitung einen Mittelweg zu finden. "Der regulierte Preis für die letzte Meile hat für den Glasfaserausbau in Deutschland eine wichtige Signalfunktion“, so BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer. "Er muss einerseits so hoch sein, dass er Anreize für die Errichtung eigener FttB/H-Netze liefert. Ist der TAL-Preis zu niedrig ist, wäre das Anmieten der Telekom-Infrastruktur auch langfristig günstiger als der Aufbau eines eigenen Netzes."

Ein zu hohes TAL-Entgelt schade jedoch. Denn in dem Fall würden Anbietern, die Glasfasernetze ausbauen wollen, Investitionsmittel entzogen. "Der zwingend notwendige Glasfaserausbau ist angesichts der nötigen Refinanzierungszeiten kein Sprint, sondern eher ein Marathonlauf", betont Heer. "Insofern müssen die regulierten Entgelte für die letzte Meile Planungssicherheit bieten und langfristig stabil sein", so Heer weiter. Dies sei bei den jetzt vorgeschlagenen Entgelten nicht der Fall. Es müssten nun "zusätzliche Millionenbeträge für das längst abgeschriebene Telekom-Netz bezahlt werden". Das Geld fehle dann für den Glasfaserausbau.

BUGLAS drängt auf Anpassung des Kostenberechnungsmodells der Bundesnetzagentur

Der BUGLAS lehnt die vom Regulierer für die kommenden drei Jahre vorgeschlagenen Entgelte ab. Bei dem Kostenberechnungsmodell der Bundesnetzagentur seien Anpassungen erforderlich. "Die zugrunde gelegten Wiederbeschaffungswerte sind um die Preissteigerungsfaktoren zu bereinigen, die durch den ja auch politisch gewünschten FttB/H-Ausbau rein rechnerisch verursacht werden", so Heer. "Der von der Bundesregierung gewollte "Infrastrukturwechsel hin zur Glasfaser" darf nicht regulierungsinduziert unnötig erschwert und verteuert werden."

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Jörg Schamberg

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