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Bündelangebote nur wenigen bekannt

Ob Triple- oder gar Quadruple-Play: zwei Drittel der Deutschen können sich unter den Begriffen nichts vorstellen.

30.08.2007, 09:01 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Auf der in Kürze startenden Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin werden sogenannte Multi-Play-Angebote wie schon in den letzten Jahren einmal mehr im Zentrum des Interesses stehen. Unter anderem die Telekom startet die aktive Vermarktung ihrer mit IPTV kombinierten DSL-Anschlüsse. Äußerst problematisch, wenn die Konsumenten keinen blassen Schimmer von dem haben, was ihnen die Marketingabteilungen verkaufen wollen.
Wenige kennen es
Experten des Marktforschungsinstituts TNS Infratest - die TNS Convergence Group - kamen jetzt zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel der Deutschen nicht wissen, was sich hinter den Bezeichnungen "Triple-Play" und "Quadruple-Play" verbirgt. Ferner bestünde in Deutschland zwar ein "erstes Interesse gegenüber den Bündelangeboten", einige Hürden seien aus Kundensicht jedoch noch zu überwinden.
Robert Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest umschreibt den Status Quo folgendermaßen: "Für den Großteil der Bevölkerung sind die neuen Möglichkeiten, die Triple- und Quadruple-Play bieten, noch nicht greifbar. Der Mehrwert der Produkte wird noch nicht gesehen." Der Endkunde entscheide anhand von Preisen. Die Untersuchung fand heraus, dass der akzeptierte Preisbereich für Quadruple-Play-Angebote aus DSL, Festnetz, TV (IPTV) und Mobiltelefonie zwischen 50 und 60 Euro liege. Bei Triple-Play-Paketen ohne Mobilfunktarif falle der Monatspreis zehn Euro geringer aus.
Ohne Highspeed kein Multi-Play
Die Marktforschungsergebnisse von TNS gehen mit der Einschätzung des eco Verbandes einher: Verbandsmitglied Harald Summa machte kürzlich klar, dass er die IFA-Euphorie für IPTV auf Grund der derzeitigen Ausbausituation von Highspeed-Internet in Deutschland nicht teilen könne. Nach Angaben von TNS liegt das Potential für Multi-Play-Angebote hierzulande derzeit bei mageren 1,4 Millionen Haushalten. Bei dieser Zahl wird vorausgesetzt, dass vollständige Verfügbarkeit von Highspeed-Internet wie beispielsweise VDSL oder zumindest ADSL2(+) gegeben sei, was bekanntermaßen nicht der Fall ist. Triple- und Quadruple-Player werden es also schwer haben, ihre Produkte im derzeit vorhandenen Markt zu positionieren.

(Michael Müller)

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