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BSI: Wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle

Angriffe von Cyberkrimininellen nehmen enorm zu. Viele Unternehmen stehen den Angriffen wehrlos gegenüber obwohl schon einige wenige Maßnahmen Abhilfe schaffen könnten.

12.10.2014, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Auch die Bundesregierung haben Cyberkriminelle im Visier - aber häufiger greifen sie IT-Netzwerke von Firmen an. In den vergangenen Jahren ist die Gefahr gewachsen. Dabei können sich Unternehmen oft mit relativ einfachen Mitteln davor schützen.

Kleinere Unternehmen sind besonders schlecht geschützt

Computer und Netzwerke von Unternehmen, Behörden und Privatleuten sind nach Einschätzung von Experten einer wachsenden Gefahr durch Cyberkriminelle ausgesetzt. "Die Bedrohungslage ist akut und sehr dynamisch", sagte der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Hange, am Dienstag in Nürnberg. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen müssten ihre Computersysteme besser schützen. Manche Unternehmen seien so schlecht gegen Cyberkriminelle gerüstet, dass sie deren Angriffe gar nicht oder erst viel zu spät bemerkten.

Selbst die Bundesregierung sei trotz mächtiger Firewalls ständig solchen Angriffen ausgesetzt, betonte Hange zum Auftakt der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2014. "Pro Stunde gehen im deutschen Regierungsnetz durchschnittlich 70 E-Mails mit Malware ein." Fünfmal am Tag komme es zu gezielten Spionageangriffe von zumeist ausländischen Geheimdiensten.

Regelmäßige Sicherung hilft

Auch Privatleute würden verstärkt Opfer von Computerkriminellen. Dabei setzten die Hacker eine sogenannte Erpresser-Software ein, berichtete der BSI-Präsident. Diese blockiere einen Computer unter dem Vorwand, der Nutzer habe im Internet illegale Pornoseiten besucht. Der angeblich vom Bundeskriminalamt gesperrte PC werde erst nach Zahlung von 50 Euro wieder freigegeben. Die monatlichen Anfragen von privaten PC-Nutzern wegen solcher Erpressungsversuche erhöhten sich in den vergangenen drei Jahren von 600 auf 2.000.

Nach Angaben des BSI schützt vor solchen Erpressungsversuchen eine regelmäßige Sicherung sämtlicher Daten auf einer externen Festplatte oder einer Computer-Cloud, einem externen Computerserver. Bei der ausgewählten Cloud sollte allerdings sichergestellt sein, dass die übermittelten PC-Daten sowohl beim Transport als auch in der Cloud selbst verschlüsselt werden.

Die Hälfte der Unternehmen ist wehrlos

Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der "Allianz für Cybersicherheit", eines Zusammenschlusses von rund 800 deutschen Unternehmen, sind 56 Prozent aller befragten Behörden und Firmen bereits Opfer von Cyberangriffen geworden. "Knapp 50 Prozent davon konnten den Angriff nicht abwehren", sagte Hange. Dabei könnten sich Unternehmen gegen 80 Prozent der Angriffe mit relativ einfachen Mitteln wappnen. Dazu gehöre neben einer konsequenten E-Mail-Verschlüsselung und einem Passwort-Management die gründliche Sensibilisierung von Mitarbeitern.

(Falko Kuplent)

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