Kurswechsel

BSI rät nicht mehr zu regelmäßigem Passwort-Wechsel

Bislang haben die Experten des BSI Verbrauchern eine regelmäßige Änderung ihrer Passwörter empfohlen. Verabschiedet hat das sich das BSI auch von Vorgaben zu festen Regeln für Länge und Komplexität von Passwörtern.

Jörg Schamberg, 04.02.2020, 17:07 Uhr (Quelle: DPA)
Datenschutz© ruigsantos / Fotolia.com

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rückt von seiner Empfehlung ab, Passwörter regelmäßig zu ändern. In der aktuellen Ausgabe des BSI-Grundschutz-Kompendiums wurde die entsprechende Textpassage gestrichen. Zuerst hatte Heise Security über die Änderung berichtet.

Änderung des Passworts nur bei Passwortdiebstahl

Die BSI-Experten raten im Kapitel zur Regelung des Passwortgebrauchs nur für den Fall, dass ein Passwort in fremde Hände geraten sein könnte, das Kennwort zu ändern. Auch die dort bisher aufgeführte Verpflichtung, feste Regeln für Länge und Komplexität vorzuschreiben, ist verschwunden.

Sicherheitsexperten: Regeln eher schädlich

Bereits seit Jahren sind viele Sicherheitsexperten der Ansicht dass solche Regeln eher schaden als nützen. "Ein gutes Passwort kann man bedenkenlos über Jahre hinweg nutzen", schreibt Heise Security. "Das regelmäßige Ändern führt eher dazu, dass man schwache Passwörter benutzt und diese beispielsweise nach einem Schema (geheim1, geheim2, ...) erzeugt."

Sicherheitsexperte Prof. Markus Dürmuth, der an der Ruhr-Uni Bochum zu Themen wie Passwort-Sicherheit forscht, begrüßte den Kurswechsel des BSI: "Das ist ein sehr wichtiger Schritt, für den das BSI allerdings sehr lange gebraucht hat."

Günstige Internet-Tarife finden
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang
NewsletterPopup