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Britischer Geheimdienst kann Internet-Inhalte überschreiben

Die NSA-Affäre hatte bisher vor allem eines gezeigt: wie westliche Geheimdienste Daten aus dem Internet fischen und analysieren. Neue Enthüllungen zeigen nun, dass der britische Geheimdienst GCHQ noch mehr kann, nämlich Inhalte des Internets gezielt verändern.

15.07.2014, 10:44 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Die NSA-Affäre, durch den Whistleblower Edward Snowden ausgelöst, hatte bisher vor allem eines gezeigt: wie westliche Geheimdienste Daten aus dem Internet fischen und analysieren. Neue Enthüllungen zeigen nun, dass der britische Geheimdienst GCHQ noch mehr kann, nämlich Inhalte des Internets gezielt verändern.

Eine andere Realität vorspielen

Dies berichtet Glenn Greenwald auf der journalistischen Enthüllungsplattform "The Intercept" unter Berufung auf Unterlagen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Snowden.

Bisher bekannte Manipulationen bezogen sich meist auf einzelne Personen. Da wurden Rechner so präpariert, dass sie Daten preisgaben, die eigentlich geschützt werden sollten. Der GCHQ kann jedoch auch Webseiten so verändern, dass allen Besuchern eine neue Realität vorgespielt wird.

Abstimmungen verfälschen, Videos zensieren

Die Veröffentlichung listet zwölf Programme namentlich auf - mit dem Hinweis, dass der Geheimdienst eigenen Aussagen zufolge in der Lage ist, bei Bedarf weitere Programme zu schaffen.

Es können Online-Abstimmungen verfälscht, andere Klickzahlen vorgetäuscht, das Internet mit falschen Inhalten geflutet und YouTube-Videos zensiert werden. Es wird gesagt, dass diese Techniken zum Schutz vor Extremisten eingesetzt werden sollen.

Regierung will neue Gesetze

Sie erinnern aber auch an Propagandamittel von Diktaturen. Wer erinnert sich nicht an die Fotos, auf denen einzelne Personen wegretuschiert wurden, weil sie bei Stalin in Ungnade gefallen waren?

Die neuen Enthüllungen über den britischen Geheimdienst geschehen zu einem Zeitpunkt, wenn in Großbritannien über dieses Thema kontrovers gestritten wird. Die Regierung will neue Gesetze durch das Parlament bringen, die die Überwachung von Telefon und Internet neu regeln.

Vor Gericht werden gleichzeitig aber auch die Vorwürfe mehrerer Bürgerrechtsgruppen gegen den Geheimdienst verhandelt.

(Peter Giesecke)

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