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Brian Sullivan schiebt Sky auf die Überholspur

Mit vielen neuen Diensten soll Sky fit gemacht werden für eine erfolgreiche Zukunft. Laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" wird derzeit eifrig an einer Film- und Serien-Mediathek gearbeitet, die für Sky-Abonnenten kostenlos nutzbar ist.

12.10.2010, 13:17 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Was seinen Vorgängern über Jahre nicht geschafft haben, will Brian Sullivan mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erreichen: den Pay-TV-Sender Sky in die Gewinnzone führen. Michael Börnicke scheiterte daran ebenso wie der nur kurz an der Spitze von Deutschlands größtem Pay-TV-Sender werkelnde Mark Williams. Sullivan, seit April in Allein-Regie für die Geschicke von Sky verantwortlich, soll es nun richten. Und tatenlos ist er nicht.

Viele offene Baustellen

Nun kann man Sky gegenüberstehen wie man will, Fakt ist, dass der gebürtige Kanadier schon viele Hebel in Bewegung gesetzt hat, um das Betriebsergebnis zu verbessern. Die Zahl der HD-Sender wird kontinuierlich ausgebaut, ein eigener 3D-Kanal wurde an den Start gebracht, Applikationen für iPhone und iPad wurden entwickelt. Sogar eine eigene Sport-Show am Samstag-Abend wurde ins Leben gerufen. Mosaik-Steinchen für Mosaik-Steinchen wird momentan von der Sky-Mannschaft zu einem kleinen Kunstwerk zusammengesetzt. Die Botschaft ist klar: Wer Sky abonniert, soll mehr Freude am Fernsehen haben und in Zukunft verschiedene Sonderdienste nutzen können - teilweise ohne Aufpreis.

Bereits im September hatte Sky den Start einer Mediathek angekündigt, die verschiedene Sport-Clips zur Verfügung stellt. Unter www.sky.de/mediathek stehen beispielsweise Zusammenfassungen von Begegnungen der 1. und 2. Bundesliga zur Verfügung - aber auch komplette Spiele. Nun mehren sich Gerüchte, wonach diese Mediathek in Zukunft deutlich erweitert werden könnte. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet zum Beispiel davon, dass es Sky-Abonnenten künftig auch möglich sein soll, Filme und Serien über die Mediathek kostenlos zu einem persönlich favorisierten Zeitpunkt abzurufen. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Denn damit würde Sky endlich mehr Flexibilität bekommen. Flexibilität, die schon lange von Kritikern gefordert wird. Mehr noch: neben den Sport-Sendern soll es künftig auch möglich sein, die Inhalte des Film-Pakets über eine Applikation auf dem iPad zu empfangen.

Klar bleibt aber auch: ein Sky-Abo soll kein Billig- sondern vielmehr ein Premium-Produkt sein. Deswegen wird sich kurzfristig an der generellen Abo- und Preis-Struktur auch nichts ändern, hatte Sullivan zuletzt immer wieder betont. Ein richtiger Weg? Zumindest fraglich. Allerdings legt das Vertriebs-Team von Sky in Form von Sonderaktionen durchaus Hand an den Preisen an. So wird derzeit beispielsweise über die volle Mindestvertragslaufzeit ein zusätzliches Programmpaket kostenlos angeboten. Vorausgesetzt, es wird mindestens das Paket Sky Welt plus ein Premium-Paket gebucht.

Blick in die Zukunft ist wie ein Blick in die Glaskugel

Abzuwarten bleibt unterdessen, ob der eingeschlagene Weg zum Erfolg führen wird. Denn Sky ist schon fast mehr bekannt dafür, negative Schlagzeilen zu machen, als zweifelsohne gutes Programm zu liefern. Ein Aktienkurs auf Allzeittief, eine lahmende Kapitalerhöhung, hohe Verluste und ein möglicher Abschied von durchaus attraktiven TV-Rechten wie der Formel 1 sorgen zumindest für Skepsis bei potenziellen Kunden. Und spätestens am 11. November steht die nächste Bewährungsprobe an. Dann werden die Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Jahres präsentiert. Experten erwarten erneut einen hohen, zweistelligen Millionenverlust.

(Hayo Lücke)

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