Folgen des britischen EU-Austritts

Brexit: Werden Mobilfunktarife bei Besuchen in Großbritannien teurer?

Der per Referendum beschlossene EU-Austritt Großbritanniens schockiert Europa. Doch welche praktischen Folgen hat der Brexit beispielsweise auf Mobilfunkpreise? Gilt der geplante Wegfall des Roamings ab 2017 dann auch noch für Großbritannien?

Jörg Schamberg, 24.06.2016, 16:41 Uhr
Großbritannien© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

London - Ein historischer Einschnitt für Europa: Eine knappe Mehrheit in Großbritannien hat sich am 23. Juni per Referendum für den Austritt aus der EU entschieden. Die Aktienmärkte weltweit reagierten mit einem Kurssturz, das britische Pfund verlor an Wert. Der britische Premierminister David Cameron, der das Referendum 2013 auf den Weg gebracht hatte, aber dennoch bis zuletzt für den Verbleib in der EU warb, hat seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Doch der sogenannte Brexit hat auch Auswirkungen auf den Mobilfunkmarkt. Was passiert im Hinblick auf die Mobilfunktarife, wenn Großbritannien nicht mehr Mitglied der EU ist?

Roaming-Gebühren fallen 2017 weg

Schnelle Änderungen sind zunächst nicht zu erwarten. Der Trennungsprozess und die entsprechenden Verhandlungen von Großbritannien mit den übrigen 27 EU-Mitgliedern kann laut EU-Bestimmungen bis zu zwei Jahre dauern. Aber bereits im Sommer 2017 sollen die Roaming-Preise durch Druck aus Brüssel innerhalb der EU komplett wegfallen. Mobilfunkkunden können dann EU-weit ohne Aufschläge zu Preisen wie im Inland telefonieren. Etliche Mobilfunknetzbetreiber verzichten bereits jetzt schon bei zahlreichen Tarifen auf die Berechnung von Roaming-Gebühren.

Mobilfunknetzbetreiber können Roaming-Tarife für Großbritannien nach Brexit frei festlegen

Scheidet Großbritannien aus der EU aus, so kann Brüssel den Mobilfunknetzbetreibern die Preise für dort geführte mobile Gespräche nicht mehr verbindlich vorschreiben. Allerdings dürfte Großbritannien bei den großen Anbietern auch weiterhin in der Roaming-Zone 1 verbleiben. Hier finden sich neben den EU-Staaten beispielsweise auch Nicht-EU-Mitglieder wie die Schweiz und Norwegen. Der Ball liegt künftig also bei den Mobilfunknetzbetreibern, sie entscheiden selbst über die Höhe der Roaming-Gebühren, die beispielsweise bei Mobilfunkgesprächen während eines London-Besuchs berechnet werden. Telefonate für Großbritannien-Reisende könnten sich also durchaus verteuern.

Verlegt Vodafone den Unternehmenssitz aus Großbritannien in ein anderes EU-Land?

Für einen großen Mobilfunknetzbetreiber hat die Brexit-Entscheidung eine besondere Bedeutung: Die international aktive Vodafone-Gruppe (www.vodafone.de/handy Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
) hat ihre Zentrale in London. Ob der Unternehmenssitz auf der Insel verbleibt, sei laut Bericht der "Welt" nicht wirklich sicher. "Es ist zu früh, sich eine Meinung über die Auswirkung des Referendums auf den Sitz der Gruppe zu bilden", zitiert die Zeitung eine Stellungnahme von Vodafone.

Weiterführende Links
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang