Glasfaserausbau

BREKO und VATM: Glasfaser-Gutscheine sollen Nachfrage stärken

Die Nachfrage nach den gigabitfähigen Glasfaseranschlüssen ist in Deutschland noch verhalten. Die Branchenverbände VATM und BREKO fordern die schnelle Einführung von Glasfaser-Gutscheinen, um die Nachfrage und den Glasfaserausbau zu forcieren.

Glasfaserkabel© zentilia / Fotolia.com

Bonn/Berlin/Köln - In Deutschland gibt es zwar bereits über drei Millionen Glasfaseranschlüsse auf Basis von FTTH/FTTB, doch die tatsächliche Nutzung der schnellen Anschlüsse hinkt noch erheblich hinterher. Um die Nachfrage anzukurbeln, fordern die beiden Telekommunikationsverbände BREKO und VATM in einer am Montag veröffentlichten, gemeinsamen Pressemitteilung die schnelle Einführung von Glasfaser-Gutscheinen ("Voucher") für Bürger und Unternehmen.

Glasfaser-Gutscheine "ökonomisch sinnvoll und notwendig"

Ein Gutachten des Leibnitz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Kanzlei JUCONOMY Rechtsanwälte, das im Auftrag der beiden Verbände erstellt wurde, zeige den Nutzen von Glasfaser-Gutscheinen. Diese seien laut dem Gutachten "ökonomisch sinnvoll und notwendig" und auch rechtlich zulässig. Durch eine Stärkung der Nachfrage nach den schnellen Glasfaseranschlüssen würde auch der weitere Glasfaserausbau forciert. Als sinnvoll erachtet werde eine Kombination aus Gutscheinen für den Glasfaser-Hausanschluss, den Vertragsabschluss sowie die Inhouse-Glasfaserverkabelung.

Kombination von drei Glasfaser-Gutscheinen

In dem Gutachten seien konkret folgende Vorschläge von VATM und BREKO berücksichtigt worden:

  • ein "Anschluss-Voucher" in Höhe von 500 Euro, der die Kosten für die Verlegung der Glasfaser vom Bürgersteig bis ins Haus/Gebäude teilweise decke
  • ein "Inhouse-Verkabelungs-Voucher" in Höhe von 150 Euro pro Wohneinheit, der die Kosten für die Glasfaserverkabelung im Gebäude selbst bezuschusse
  • ein "Vertragsabschluss-Voucher" in Höhe von 500 Euro, der die Einrichtungs- und monatlichen Kosten eines Internetvertrags mit mehr als 250 MBit/s über die Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten verringere. Bedingung sei ein gigabitfähiger und damit zukunftssicherer Glasfaseranschluss.

Höhere Nachfrage führt zu schnellerer Glasfasererschließung

Erforderlich sei eine unbürokratisch Vergabe der Glasfaser-Gutscheine. Diese seien insbesondere für Bürger und Unternehmen in Gebieten gedacht, in denen die Planung für den Glasfaserausbau per FTTB/FTTH gerade erfolge und die Glasfaserverlegung anstehe. Dort mache eine zielgerichtete Förderung der Nachfrage besonders Sinn. Durch eine Ankurbelung der Nachfrage könnten die Gebiete schneller erschlossen werden. Auch eine eventuell bestehende Wirtschaftlichkeitslücke könne durch eine höhere Nachfrage entfallen. Das von BREKO und VATM vorgeschlagene Voucher-Modell setze auf eine Open-Access-Verpflichtung, so dass der Wettbewerb erhalten bleibe und andere Anbieter nicht ausgeschlossen werden.

Das Fazit der Autoren des Gutachtens: "Die Voucher erscheinen angemessen und geeignet, um die bisher zu niedrige Nachfrage bei gigabitfähigen Anschlüssen zu erhöhen, die Breitbandziele zu erreichen und entsprechende Wohlfahrtsgewinne für die Gesellschaft zu erzielen. Die Voucher bewirken einen erforderlichen Anreizeffekt, der bislang zu fehlen scheint."

VATM und BREKO: Teil der Fördermittel für Glasfaser-Gutscheine nutzen

Die Branchenverbände fordern von der Bundesregierung eine schnellstmögliche Einführung solcher Glasfaser-Gutscheine, da sie eine zielgerichtete und effiziente Fördermöglichkeit seien. Ein Teil der Fördermittel solle für Glasfaser-Gutscheine bereitgestellt werden. "Eine Nachfrageförderung ist ein unverzichtbarer Baustein zur Erreichung der Gigabitziele der Bundesregierung“, so die beiden Verbände. "Es sind ausreichend Fördergelder und zahlreiche Investoren vorhanden, doch viel Geld hilft nicht automatisch viel. Mit Glasfaser-Vouchern, die an einfache, klare Bedingungen geknüpft sind, können wir den Glasfaserausbau in Deutschland maßgeblich vorantreiben. Es macht volkswirtschaftlich absolut Sinn, wenn in einem Glasfaser-Ausbaugebiet so viele Haushalte wie möglich auch tatsächlich angeschlossen werden und die Digitalisierung Deutschlands mit ultraschnellen Anschlüssen weiter vorangebracht wird", erklären Vertreter der beiden Verbände.

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Jörg Schamberg

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