News

BREKO: Telekom bremst den Glasfaserausbau

Beim BREKO Breitbandtreff in Berlin sparte der Branchenverband nicht mit erneuter Kritik an aktuellen Plänen der Deutschen Telekom wie Vectoring und höheren TAL-Entgelten. Während vor allem die Wettbewerber den Glasfaserausbau vorantreiben würden, kündige die Telekom nur an.

14.03.2013, 16:31 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt nur schleppend voran. Als Bremser machte der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) beim Breitbandtreff in Berlin am Anfang der Woche wieder einmal die Deutsche Telekom aus. Der Branchenverband, in dem ein Großteil der Festnetzwettbewerber der Telekom organisiert ist, sieht die alternativen Anbieter wie die Stadt- und Regionalcarrier sowie die Stadtwerke als die Treiber im Markt, die insbesondere in ländlichen Gebieten in den Breitbandausbau investierten. Richtung Bonn, dem Sitz des ehemaligen Monopolisten, stichelte der BREKO denn auch: Die Telekom kündige an, die Wettbewerber jedoch packten an.

BREKO: Telekom behindert den Wettbewerb

Die nächste Stufe in der Breitbandstrategie der Bundesregierung steht für 2014 an. Im kommenden Jahr sollen 75 Prozent der deutschen Haushalte mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet surfen können. Ein ehrgeiziges, aber auch erreichbares Ziel? Bis dahin müsste noch viel passieren. Doch als Quertreiber stellt sich laut BREKO immer wieder die Telekom in den Weg.

Kritik äußert der Branchenverband an der Forderung des Bonner Konzerns nach einer Entlassung aus der Entbündelungsverpflichtung am Kabelverzweiger (KVz). Nicht fehlen durfte in Berlin, wie bereits in den vergangenen Monaten schon mehrfach geäußert, eine erneute Verurteilung des angestrebten Telekom-Monopols beim Einsatz der Vectoring-Technologie sowie der von dem Bonner Konzern beantragten höheren Entgelte für die Miete der letzten Meile (TAL).

Kritik an Vectoring-Plänen - Netzagentur will Entscheidung zügig fällen

"Vectoring ist eine innovative Technologie. Gerade dünn besiedelte Gebiete profitieren aber nur, wenn alle Marktteilnehmer Vectoring zu fairen Bedingungen einsetzen können", betont BREKO-Präsident Ralf Kleint. Eine Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Vectoring-Antrag der Telekom steht noch aus. Nach Angaben des SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Dörmann, der in dieser Woche an der Beiratssitzung der Regulierungsbehörde teilgenommen hatte, werde die Bundesnetzagentur "zügig zu einem Entscheidungsentwurf über die Modalitäten zum Einsatz von Vectoring kommen". Dabei würden die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt.

Aber auch ein höheres TAL-Entgelt wäre für die Wettbewerber laut BREKO problematisch. "Im Gegensatz zur Telekom investieren die Wettbewerber nachweislich mehr im ländlichen Raum. Die von der Telekom beantragte Erhöhung der TAL-Entgelte von rund 25 Prozent entziehen die nötigen Investitionsmittel", erklärt Norbert Westfal, kaufmännischer Geschäftsführer der EWE TEL und BREKO-Vorstand. Obwohl die alte Kupferdraht-Infrastruktur längst abgeschrieben ist, verdiene die Telekom bereits aktuell dank knapp zehn Millionen vermieteter Teilnehmeranschlussleitungen rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang