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BREKO: Open Access Schlüssel für Breitbandausbau

Der BREKO-Verband macht sich für das Open Access-Modell stark, um Breitband endlich flächendeckend ausbauen zu können. Netzbetreiber könnten Dritten dann diskrimierungsfrei Zugang zu ihren Netzen gewähren.

11.06.2010, 19:47 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Die flächendeckende Breitbandversorgung lässt in Deutschland noch auf sich warten. Die Bundesregierung will im Rahmen ihrer Breitbandstrategie bis zum Jahresende schnelle Internetzugänge mit einer Bandbreite von mindestens 1 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bis in den letzten Winkel der Republik realisieren. Doch die Praxis im Alltag sieht für Bewohner ländlicher Gebiete derzeit meist noch anders aus. Und bis zum Jahresende bleiben nur noch weniger als sieben Monate. Die sogenannten "weißen Flecken" hoffen auf schnelles Internet über die von den Mobilfunknetzbetreibern kürzlich ersteigerten Rundfunkfrequenzen. Den Breitbandausbau beschleunigen könnten aber auch Open Access-Geschäftsmodelle. Im Rahmen seines diesjährigen Sommerfestes in Berlin hatte der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) daher zu einer Experten-Talkrunde zum Thema "Open Access für den Zugang zu neuen Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetzen" eingeladen.

Breitbandausbau nur mit vielen Investoren

Erna-Maria Trixl, BREKO-Präsidentin und gleichzeitig auch Geschäftsführerin der LEW TelNET, sieht Open Access als "Schlüssel zum Erfolg für eine flächendeckende Breitbandversorgung in Deutschland". Die weiteren Podiumsteilnehmer Wolfgang Spahn (Technikchef der KEYMILE GmbH), Hartwig Tauber (Generaldirektor des FTTH Council Europe) und Karl-Heinz Neumann (Geschäftsführer und Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationsdienste WIK) stellten übereinstimmend fest, dass schnelles Breitband in Deutschland nur mit einer Vielzahl von Investoren gelingen könne. Es gehe dabei nicht um Zugang zum bestehenden Netz der Deutschen Telekom. Für dieses bereits vollständig abgeschriebene und von Steuergeldern finanzierte Netz solle die Regulierung durch die Bundesnetzagentur bestehenbleiben.

Diskrimierungsfreier Zugang zu Breitbandnetzen

Investitionen von Unternehmen in neue Glasfasernetze ließen sich nur realisieren, wenn diese "unternehmerische Freiheit" bei der Vermarktung und der Gestaltung des Zugangs zu den Breitbandnetzen erhalten. Ansonsten wäre das Investitionsrisiko zu hoch für den kostspieligen Ausbau der Glasfasernetze bis zum Hausanschluss (FTTH). Die Marktteilnehmer sollten die Konditionen selber untereinander regeln können. "Für Privatkunden und Unternehmen bedeute ein so gestalteter Open Access ein Maximum an Wettbewerb, Innovation und Dienstleistungsgüte", so BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers. Der Zugang müsse für Anbieter diskriminierungsfrei und fair möglich sein. Dies beinhalte sowohl einen marktgerechten Preis für den Zugang als auch die zügige Bereitstellung von Vorleistungsprodukten. Nachfragende Unternehmen müssten gleich behandelt werden, es dürfe keine Vorzugsbehandlung für einzelne Marktteilnehmer geben.

Der Zugang zu den Netzen müsse zudem auf freiwilliger Basis erfolgen: Kein Netzbetreiber solle zur Öffnung seines Netzes gezwungen werden können. Unternehmen könnten ihre eigenen Netze aber besser auslasten, wenn sie Dritten den Zugang gewährten. Die getätigten Investitionen in den Ausbau eines Netzes würden sich dadurch schneller rentieren. Wichtig sei aber auch die Entwicklung einheitlicher technischer Standards, denn nur dann könnten Anbieter und Nachfrager Open Access erfolgreich umsetzen.

(Jörg Schamberg)

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