Start im Juli 2017

BREKO: Neue Handelsplattform soll Glasfaserausbau beschleunigen

Der Branchenverband BREKO will den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland mit einer eigenen Glasfaser-Handelsplattform forcieren. Die Open-Access-Plattform stehe auch der Telekom offen.

Glasfaser Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin – Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) will den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland stärker vorantreiben. Im Juli startet der Verband dazu eine eigene, allen Marktteilnehmern offenstehende Handelsplattform für schnelle Glasfaseranschlüsse. Das teilte der BREKO am Dienstag anlässlich der Eröffnung der BREKO-Glasfasermesse in Frankfurt am Main mit.

Bessere Vermarktung von Glasfaseranschlüssen

Der BREKO will Anbieter von Glasfasernetzen sowie Nachfrager wie lokale City-Carrier oder Großkonzerne zusammenbringen. Der Verband, in dem mehr als 160 Netzbetreiber und Wettbewerber der Telekom organisiert sind, verspricht sich von der neuen Plattform eine erheblich bessere Vermarktung von Glasfaseranschlüssen.

Laut BREKO könnten die Kosten einer flächendeckenden Glasfaser-Erschließung selbst mit staatlichen Fördermitteln nicht von einem Unternehmen allein gestemmt werden. Um die hohen Kosten wieder zu erwirtschaften, sei eine möglichst hohe Netzauslastung in den Netzen erforderlich. Die neue BREKO-Handelsplattform soll als Open-Access-System funktionieren: Alle Anbieter sollen darüber diskriminierungsfrei Vorleistungen einkaufen können. Es würden die in der TK-Branche üblichen Standards und Schnittstellen (WITA, S/PRI) genutzt. Dadurch ließen sich die Transaktionskosten minimieren.

Betreiber der Plattform wird die verbandseigene BREKO Einkaufsgemeinschaft sein. Technisch werde die internetbasierte Plattform über 1&1 Versatel und vitroconnect realisiert. Entsprechende Vorverträge würden auf der BREKO-Glasfasermesse unterzeichnet.

Neue Plattform steht auch der Telekom offen

Die Bundesregierung unterstützt solche anbieterübergreifenden Kooperationen. "Das Plattformmodell führt Angebot und Nachfrage beim Glasfaserausbau zusammen. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag, um den Netzausbau gezielt voranzutreiben und Deutschland fit zu machen für die Gigabit-Gesellschaft", begrüßte Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Initiative.

BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers setzt große Hoffnungen in die neue Handelsplattform. "Lokale und regionale Netzbetreiber können ihre Netze über unsere Plattform nun auch großen, überregionalen Nachfragern anbieten. So werden kleine Netze groß!" Auch große Provider sollen die Plattform nutzen können. "Natürlich steht die BREKO Handelsplattform auch der Deutschen Telekom offen und dürfte für den Bonner Konzern von großem Interesse sein", erklärte Jürgen Magull, Geschäftsführer der BREKO Einkaufsgemeinschaft. Man wolle aktiv auf die Telekom zugehen.

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Jörg Schamberg

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