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BREKO kritisiert Telekom-Verzögerungstaktik scharf

Nach Ansicht des Bundesverbands Breitbandkommunikation muss jeder zweite Kunde, der von der Telekom zu einem Wettbewerber wechseln möchte, deutlich länger als vertraglich vereinbart auf die Umschaltung seines Anschlusses warten. Der BREKO hat sich nun an die Bundesnetzagentur gewandt.

09.11.2007, 15:32 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Immer mehr deutsche Festnetztelefonierer werden der Deutschen Telekom untreu: Allein in den ersten drei Quartalen verlor der ehemalige Monopolist etwa 1,5 Millionen Kunden an die Konkurrenz. Sollten ab April kommenden Jahres T-DSL-Anschlüsse tatsächlich auch ohne Zwangskopplung an einen Telefonanschluss nutzbar sein, dürfte sich dieser Trend noch weiter verschärfen. Doch ein Wechsel zu Wettbewerbern der Telekom will gut überlegt sein.
Drei Wochen Wartezeit
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) macht darauf aufmerksam, dass es derzeit zu massiven Bereitstellungsmängeln bei der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) komme. Kunden, die mit ihrem Festnetzanschluss von der Telekom zu Arcor, Versatel und Co. wechseln möchten, müssten häufig weit länger auf ihren neuen Anschluss warten als dies vertraglich vereinbart sei. Jeder zweite Wechselwillige müsse mehr als sieben Tage auf die Anschaltung des neuen Anschlusses warten. Nicht selten sind nach BREKO-Angaben Wartezeiten von drei Wochen zu beklagen.
In einem Brief an die Bundesnetzagentur kritisiert BREKO-Präsident Peer Knauer, der gleichzeitig auch Vorsitzender von Versatel ist, die schleppenden Umstellungen durch die Telekom scharf. "Die Endkunden sehen fälschlicherweise die BREKO-Firmen als ihre Vertragspartner hierfür in der Verantwortung. Die Beeinträchtigung unserer Mitglieder reicht vom Imageschaden bis hin zu Kündigungen".
Scharfe Kritik an der Telekom
Weiter heißt es in den Schreiben in Richtung Telekom: "Vor dem Hintergrund umfangreicher Umstrukturierungsmaßnahmen und Entlassungen des Konzerns auch im Bereich Technik und dem erhöhten Personaleinsatz für die eigenen Endkunden müssen wir den Eindruck gewinnen, dass die Sanierung der Deutschen Telekom AG auf dem Rücken des Wettbewerbs ausgetragen wird."
Außerdem kritisiert Knauer, dass die Telekom an bestimmten Hauptverteilern keine Umschaltung der TAL mehr vornehme. Von der Telekom werde zunehmend behauptet, dass der zur Verfügung stehende Raum in betroffenen Hauptverteilern ausgeschöpft sei. Das sei insbesondere vor dem Hintergrund von Bedeutung, dass dem BREKO keine effektiven Verfahren zur Verfügung stünden, um die Behauptungen auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

(Hayo Lücke)

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