Aktuelle Ausbauprojekte

BREKO: Glasfaserausbau in Deutschland kommt voran

In vielen Regionen in Deutschland errichten alternative Netzbetreiber derzeit Glasfasernetze und erschließen Orte flächendeckend per FTTH/B. Der Branchenverband BREKO hat aktuelle Ausbauprojekte vorgestellt.

Highspeed Internet© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin – Im Hinblick auf die Verbreitung von schnellen Glasfaseranschlüssen hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher. Dennoch nimmt der Glasfaserausbau hierzulande in vielen Regionen an Fahrt auf. Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO), in dem mehr als 290 Mitgliedsunternehmen wie City- und Regionalcarrier sowie Stadtwerke organisiert sind, informiert aktuell über ausgewählte Ausbauprojekte in verschiedenen Bundesländern.

1&1 Versatel: Glasfaser für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern will 1&1 Versatel "weiße Flecken" schließen und mit Highspeed-Internet versorgen. In den beiden Bundesländern soll das Glasfasernetz des Providers um 240 Kilometer wachsen. Anfang 2018 sollen zunächst mehr als 130 Kilometer Glasfaserleitungen in Rostock und Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern sowie in den Regionen Scharbeutz / Travemünde, Flensburg / Leck sowie Eckernförde in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen werden. Wenig später sollen in der Region weitere 110 Kilometer Glasfaser in der Region nutzbar sein. Über die Glasfaserleitungen sollen Schulen, die öffentliche Verwaltung und Unternehmen Bandbreiten von bis zu 100 Gbit/s nutzen können.

Deutsche Glasfaser baut in Oberbayern und Sachsen aus

Ein weiteres BREKO-Mitgliedsunternehmen, die Deutsche Glasfaser, baut Glasfasernetze sowohl in Oberbayern aus und verlegt die schnellen Glasfasern auch in Sachsen. In vier Gemeinden der Verwaltungsgemeinde Glonn haben sich mehr als 40 Prozent der Haushalte für einen FTTH-Anschluss entschieden. In der Umgebung werden bereits Glasfaserkabel verlegt, darunter in Schondorf, Greifenberg und Zorneding. In Rudelzhausen, Türkenfeld, Oberhausen, Petersaurach und Eching seien die Netze bereits fertig. Mitte Dezember wurde in Oberpframmern und Haimhausen jeweils ein Glasfaserhauptverteiler aufgestellt.

Im Osten Deutschlands ist die Deutsche Glasfaser nach Mecklenburg-Vorpommern nun auch in Sachsen vor Ort vertreten. In Leipzig hat das Unternehmen ein Regionalbüro eröffnet. In der Gemeinde Thallwitz hätten sich bereits mehr als 60 Prozent der Haushalte für einen Glasfaseranschluss entschieden. Der Ausbau sei für die Gemeinden dank eigenwirtschaftlichen Ausbaus durch die Deutsche Glasfaser kostenneutral. Als nächstes sei der Ausbau in Bad Düben geplant, dort laufe aktuell die Nachfragebündelung.

Zweckverband Breitband Altmark: FTTH-Glasfasernetz für die Altmark

In Sachsen-Anhalt ist der Zweckverband Breitband Altmark aktiv, um insbesondere dezentral gelegene und unterversorgte Orte der Altmark mit einem flächendeckenden FTTH-Glasfasernetz zu erschließen. Die Region erstrecke sich auf einer Fläche von 4.700 Quadratkilometern und sei damit so groß wie das Saarland und Luxemburg zusammen. Bis 2019 will der Zweckverband mehr als 2.300 Kilometer Glasfaser verlegen. Rund 30.000 Haushalte und 800 Unternehmen sollen an das Glasfasernetz angebunden werden. Während der Zweckverband Breitband Altmark die passive Infrastruktur errichte, werde der Berliner Provider DNS:NET den Betrieb des Netzes übernehmen. Aktuell seien rund 700 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen, etwa 200 Anschlüsse seien bereits geschaltet. Das Glasfasernetz stehe im Rahmen von Open Access auch anderen Anbietern offen.

KomMITT Ratingen: Flächendeckendes Glasfasernetz für Ratingen

In der nordrhein-westfälischen Stadt Ratingen verlegt die Stadtwerke-Tochter KomMITT Ratingen laut BREKO bis 2020 Glasfaserleitungen bis in alle Gebäude. Über das eigene Glasfasernetz soll Geschäftskunden eigene Internet- Daten-, Security- und Telefoniedienste angeboten werden. Ende 2018 soll der Kernbereich von Ratingen bereits mit Glasfaserleitungen erschlossen sein. Bis dahin sollen auch mit Ausnahme von Homberg alle Gewerbegebiete flächendeckend über Glasfaseranschlüsse verfügen. In den darauf folgenden zwei bis drei Jahren sollen weiter entfernte Häuser angeschlossen werden. Aktuell stellt KomMITT Bandbreiten von bis zu 10 Gbit/s bereit.

Stadtwerke Bielefeld: Schnelle Glasfaserleitungen für ganz Bielefeld

Der BREKO führt zudem ein weiteres Glasfaserprojekt aus Nordrhein-Westfalen an. Bis 2027 wollen die Stadtwerke Bielefeld rund 280 Millionen Euro in ein Glasfasernetz für ganz Bielefeld investieren. In den kommenden zwei Jahren sollen die ersten 280 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden. Die schnellen Internetzugänge werden über das Stadtwerke-Unternehmen BITel vermarktet.

BREKO: Zahl der Glasfaseranschlüsse steigt in den kommenden Jahren rasant an

Laut BREKO erfolgte Mitte 2017 mehr als 82 Prozent des Ausbaus mit direkten Glasfaseranschlüssen durch die alternativen Netzbetreiber. Die im BREKO organisierten Netzbetreiber wollen 2020 rund fünf Millionen Haushalte und Unternehmen über eigene Glasfaseranschlüsse versorgen. Bislang haben die BREKO-Carrier rund 1,5 Millionen FTTB/FTTH-Anschlüsse errichtet. Bis 2025 geht der BREKO von rund 28 Millionen Haushalten aus, die von den deutschen Wettbewerbern mit direkten Glasfaseranschlüssen versorgt werden.

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Jörg Schamberg

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