Gutachten

BREKO: FTTH-Glasfasernetze verbrauchen weniger Strom als Kupfernetze

Echte FTTH-Glasfasernetze ermöglichen nicht nur Gigabit-Internet, sondern sollen laut BREKO auch deutlich stromsparender sein als kupferbasierte Netze für VDSL und Vectoring. Das bestätigte jetzt ein wissenschaftliches Gutachten.

Jörg Schamberg, 28.05.2020, 11:58 Uhr
Glasfaserkabel© zentilia / Fotolia.com

Echte Glasfasernetze auf Basis von FTTH (Fiber to the Home) verbrauchen nach Angaben des Bundesverbands Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) deutlich weniger Strom als herkömmliche Kupfernetze, die noch bei FTTC, VDSL-Vectoring und Super-Vectoring zum Einsatz kommen. Laut einem aktuellen Gutachten von Prof. Dr.-Ing. Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen verbrauchen kupferbasierte Netze bei einer angenommenen Auslastung von 50 bis 100 Prozent drei bis siebzehnfach mehr Strom als echte Glasfasernetze. Verglichen wurde der Stromverbrauch pro Bitrate.

"Je stärker die Datenraten steigen, desto größer ist das Einsparpotenzial der Glasfaser"

Würde es eine deutschlandweite Versorgung mit echten Glasfasernetzen geben, so ließen sich pro Gigabit bis zu 1.100 Megawatt an elektrischer Leistung gegenüber kupferbasierten Netzen einsparen. Das entspricht fast der Leistung des siebtgrößten deutschen Kohlekraftwerks "Schwarze Pumpe", das auf 1.600 MW kommt. "Obwohl wir in Bezug auf FTTC-Netze einige optimistische und für FTTH-Netze sehr konservative Annahmen getroffen haben, sind FTTH-Netze in jedem Szenario (deutschlandweit, städtische- und ländliche Gebiete) nachhaltiger als FTTC-Netze. Das Gutachten zeigt außerdem klar: Je stärker die Datenraten steigen, desto größer ist das Einsparpotenzial der Glasfaser", erklärt Prof. Dr. -Ing. Kristof Obermann.

Nach Angaben des Glasfaserverbandes legen die mehr als 200 BREKO-Netzbetreiber den Fokus auf den Glasfaserausbau. "Mit jedem neu errichteten Glasfasernetz ebnen wir den Weg in eine nachhaltige digitale Zukunft", so BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

BREKO fordert mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Glasfasernetze würden einen wichtigen Beitrag zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten. Außerdem würden Glasfasernetze die Grundlage für die fortschreitende Digitalisierung sein. Angesichts des Digitalisierungsschubs durch die Corona-Krise, dürfe es nach dem Ende der Pandemie keinen Rückkehr mehr zum Stand vor Corona geben. In einem am Donnerstag veröffentlichten Positionspapier fordert der BREKO unter anderem den Start einer europäischen Kampagne zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020.

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