Nach 5G-Auktion

BREKO fordert zeitnahe Vergabe lokaler 5G-Frequenzen

Viele im Branchenverband BREKO organisierte Netzbetreiber wollen lokale 5G-Campuslösungen für mittelständische Unternehmen realisieren. Der BREKO drängt daher die Bundesnetzagentur auf eine schnelle Vergabe der lokalen 5G-Frequenzen.

5G© jamesteohart/ Fotolia.com

Berlin - Mitte Juni endete die 5G-Frequenzauktion der Bundesnetzagentur nach fast drei Monaten und mit Erlösen von 6,55 Milliarden Euro. Die vier Auktionsteilnehmer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland und 1&1 Drillisch konnten sich jeweils 5G-Frequenzblöcke sichern. Nicht Gegenstand der Frequenzversteigerung waren allerdings für die lokale Nutzung vorgesehene 5G-Frequenzen in den Bereichen 3,7 bis 3,8 GHz sowie 26 GHz. Der Branchenverband BREKO forderte am Dienstag die Bundesnetzagentur zu einer zeitnahen Vergabe dieser Frequenzen auf.

Lokale 5G-Lösungen für mittelständische Unternehmen

Die Frequenzen seien laut BREKO für lokale Anwendungen reserviert worden und sollen separat vergeben werden. Dadurch können lokal weitere Anbieter 5G anbieten. "Die Bundesnetzagentur muss nun zeitnah die Vergabe der lokalen 5G-Frequenzen starten, damit insbesondere die zahlreichen mittelständischen Unternehmen – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – von leistungsfähigen 5G-Lösungen profitieren können. Mit Glasfaser bis zum Unternehmen in Verbindung mit 5G als ‚mobiler Glasfaser‘ machen wir die Unternehmen fit für den Wettbewerb und stärken so den Wirtschaftsstandort Deutschland", so BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

"Für Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren, Virtual Reality oder Industrie 4.0 brauchen wir leistungsfähige und belastbare Netze und Anschlüsse. Aktuell gilt es vor allem, die lokalen 5G-Frequenzen an den Start zu bringen", erklärt Prof. Dr. Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Durch die Zuteilung lokaler 5G-Frequnezen könnten die im BREKO organisierten rund 190 Netzbetreiber insbesondere für Geschäftskunden "maßgeschneiderte Angebote" bereitstellen. Im Rahmen von "Campuslösungen" lasse sich beispielsweise die Vernetzung mehrerer Standorte miteinander realisieren. Lokale, unabhängige Netze seien zudem sicherer als ein einziges, bundesweites Netz.

BREKO-Netzbetreiber an Realisierung von 5G-Lösungen interessiert

Viele BREKO-Netzbetreiber seien bereit zum Einstieg in das Geschäft mit 5G-Lösungen. Als Beispiel nennt der BREKO etwa den baden-württembergischen Netzbetreiber NetCom BW, eine Tochter des Energieversorgers EnBW. Das Unternehmen sei derzeit in Gesprächen mit verschiedenen mittelständischen Unternehmen.

"Wir stehen in den Startlöchern und wollen konkrete Pilotprojekte zum Aufbau von Campuslösungen realisieren. Die BNetzA muss nun zügig die Bedingungen für die Beantragung und Zuteilung der lokalen 5G-Frequenzen bekanntgeben, damit der Vergabeprozess schnellstmöglich starten kann", sagt Bernhard Palm, Geschäftsführer der NetCom BW und BREKO-Präsidiumsmitglied.

Jörg Schamberg

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