Aktionsplan vorgelegt

BREKO fordert flächendeckenden Glasfaserausbau mit 1 Gbit/s bis 2025

Mit einem Aktionsplan will der Branchenverband BREKO den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland vorantreiben. Deutschland müsse beim Glasfaserausbau vom Seitenstreifen auf die Überholspur wechseln.

Jörg Schamberg, 01.03.2017, 10:22 Uhr
Glasfaserkabel© zentilia / Fotolia.com

Berlin – Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt nur mühsam voran. Stattdessen setzt etwa die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) zunächst vorrangig auf VDSL und Vectoring. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), in dem fast 160 Netzbetreiber zusammengeschlossen sind, will jedoch den Glasfaserausbau vorantreiben und hat dazu am Mittwoch einen eigenen Aktionsplan vorgelegt. Darin appelliert der Verband an die Politik, künftig ausschließlich den flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Glasfaser-Anschlüssen bis in alle Gebäude zu fördern. Der BREKO setzt ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2025 brauche Deutschland flächendeckend Glasfaseranschlüsse mit Download-Raten von mindestens 1 Gbit/s.

BREKO: Reine Glasfaseranschlüsse bald so wichtig wie Wasser- oder Stromanschluss

"Deutschland muss mit der leistungsfähigsten digitalen Infrastruktur in Europa punkten“, fordert BREKO-Präsident Norbert Westfal. "Reine Glasfaseranschlüsse bis direkt zu allen Bürgern und Unternehmen sind schon bald so wichtig wie ein Wasser- oder Stromanschluss", so Westfal weiter. "Wir brauchen jetzt den Mut und den Willen aller Beteiligten, um heute die digitale Infrastruktur von morgen zu bauen!", betont der BREKO-Präsident.

Zwischengeschaltete Kupferleitungen soll es nach den Vorstellungen künftig nicht mehr geben. Der Verband bevorzugt eine reine Glasfaserinfrastruktur. Aktuell würden BREKO-Mitgliedsunternehmen mehr als 60 Prozent des Ausbaus mit reinen Glasfaseranschlüssen übernehmen.

Regulierungskonzept soll auf Glasfaserausbau ausgerichtet sein

Der BREKO ruft die Politik mit seinem Aktionsplan zur Schaffung eines stabilen und langfristigen Regulierungskonzeptes auf, das den Wettbewerb fördere und klar auf den Glasfaserausbau bis in alle Gebäude ausgerichtet sein soll. Als Nebeneffekt würden dann auch Finanzinvestoren zu Investitionen in Glasfasernetze motiviert.

Der Verband betont, dass ein Unternehmen alleine den teuren flächendeckenden Glasfaserausbau nicht schultern kann. Der BREKO drängt daher auf verstärkte Kooperationen und Open Access. Denn nur mit einer hohen Netzauslastung lohne sich der Betrieb von Glasfasernetzen auch wirtschaftlich.

Vorgabe für Fördermittel: 1 Gbit/s als Mindestgeschwindigkeit

Eine Mindestgeschwindigkeit von 1 Gbit/s schlägt der BREKO als Basisanforderung zur Vergabe von Fördermitteln für künftige Ausbauprojekte vor. Der Verband macht auch einen konkreten Vorschlag, woher die Fördermittel für den Glasfaserausbau kommen sollen: Der Bund solle sich von seinen Anteilen an der Telekom (31,9 Prozent) trennen. Aktuell könnten dadurch Einnahmen von rund 25 Milliarden Euro erzielt werden.

Aber auch in Berlin sollte sich organisatorisch auf Ministeriumsebene etwas ändern. Der BREKO fordert eine bessere Koordination und eindeutige Zuständigkeiten. Die bislang nicht zentral zusammengefassten Kompetenzen zu Breitbandausbau und der Fachaufsicht über die Bundesnetzagentur sollten in einem Bundesministerium gebündelt werden.

Glasfasernetze auch für 5G-Rollout wichtig

Glasfasernetze sind nach Angaben des BREKO auch das Fundament des kommenden neuen Mobilfunkstandards 5G, dessen Rollout frühestens ab 2020/21 erwartet wird. Ob 5G jedoch flächendeckend angeboten wird, sei derzeit noch offen. BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers ist sich sicher: "Mit einer konsequenten Umsetzung unseres Aktionsplans bringen wir Deutschland beim Glasfaserausbau vom Seitenstreifen auf die Überholspur".

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