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BREKO fördert Breitband-Technik G.fast - mehrere hundert Mbit/s möglich

Die im BREKO organisierten Telekom-Wettbewerber wollen zusammen mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) noch in diesem Jahr einen Praxistest der Breitband-Technik G.fast starten.

03.11.2014, 10:12 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die im Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) organisierten Festnetz-Wettbewerber der Deutschen Telekom wollen zusammen mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) noch in diesem Jahr einen Praxistest der Breitband-Technik G.fast starten.

Hohe Bandbreiten auf kurzen Kupferkabeln

G.fast nutzt sehr hohe Frequenzbereiche auf bestehenden Kupferdoppeladern und ist daher anfällig für Störeinflüsse. Um den Effekt des Übersprechens zwischen den verschiedenen Adern in einem Leitungsbündel weitgehend zu eliminieren, wird Vectoring eingesetzt.

Aufgrund der hohen Frequenzen und der dadurch starken Abschwächung des Signals eignet sich die Technik nur für sehr kurze Strecken von maximal 250 Metern ab dem Einspeisepunkt. Dieser kann im Keller eines Gebäudes liegen (Hausanschluss, Abschlusspunkt Linientechnik, APL) oder auf dem Gehweg (Fibre To The Distribution Point, FTTdp oder Fibre To The Street, FTTS).

Keine Technik für den ländlichen Raum

G.fast kann innerhalb eines Hauses oder auch in Verbindung mit einem Internetanschluss per Glasfaser (FTTB) Bandbreiten von bis zu mehreren hundert Megabit pro Sekunde erreichen. Bei der Nutzung von Einspeisepunkten unter dem Gehweg (FTTdp) reduzieren sich diese mit zunehmender Entfernung drastisch: Bereits ab 50 Metern verringert sich die Bandbreite signifikant. Ab etwa 250 Metern ist ein Einsatz von G.fast nicht mehr sinnvoll.

"Aus diesem Grunde kann G.fast per FTTdp technologiebedingt nur wenig zum flächendeckenden Ausbau mit schnellen Breitbandanschlüssen im ländlichen Raum beitragen", so BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers. "Gerade hier haben wir es in der Regel mit sehr hohen Leitungslängen zu tun, so dass es wirtschaftlich und auch für den Kunden deutlich sinnvoller erscheint, die Glasfaser als zukunftssichere Technologie nicht nur auf die Straße bis vor das Gebäude, sondern direkt bis in die Häuser (FTTB/FTTH) zu legen."

Übergang zum Glasfaser-Direktanschluss

Und weiter: "Bis die Glasfaser direkt in jede Wohnung gelegt werden kann, stellt G.fast einen sinnvollen Weg dar, um Menschen und Unternehmen sehr hohe Bandbreiten zu wirtschaftlichen Konditionen zur Verfügung stellen zu können."

Der Verband warnt davor, einzelnen Unternehmen exklusive Nutzungsrechte – etwa der Hausinfrastruktur – zur Verwendung des kommenden Standards einzuräumen. Technisch bedingt kann G.fast durch die Koppelung mit Vectoring immer nur von einem Unternehmen zwischen Einspeisepunkt und Endkunde eingesetzt werden.

Telekom-Konkurrenten fordern Regulierung

"Es muss von vorne herein sichergestellt werden, dass G.fast von allen Netzbetreibern zu fairen und chancengleichen Bedingungen eingesetzt werden kann. Quasi-Monopole darf es im Jahr 15 der TK-Liberalisierung nicht mehr geben", so Johannes Pruchnow, BREKO-Vizepräsident und Versatel-Chef.

Der Verband verweist auf die bei VDSL2-Vectoring gemachten Erfahrungen und fordert eine Regulierung bei Einführung der neuen Technik von Beginn an. Die Technik ist noch nicht standardisiert und wird in der Praxis in verschiedenen Varianten eingesetzt.

Vor allem müsse sichergestellt werden, dass bestehende Investitionen in der Vermittlungsstelle (HVt) und am Kabelverzweiger (KVz) durch die neue Technik nicht beeinträchtigt würden. Damit sind vor allem Störeinflüsse auf bestehende ADSL-Leitungen gemeint, die neben VDSL mit und ohne Vectoring weiterbetrieben werden können.

(Peter Giesecke)

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