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BREKO Breitbandstudie 2014: Kein Abschied vom Festnetz in Sicht

Der Branchenverband BREKO hat in einer Markterhebung die aktuelle Lage auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt ermittelt. 80 Prozent der Haushalte will nicht auf einen Festnetzanschluss verzichten. Der Bandbreitenbedarf und das genutzte Datenvolumen steigen in den kommenden Jahren laut BREKO rasant an.

25.06.2014, 18:22 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Wie ist die aktuelle Lage auf dem Telekommunikationsmarkt in Deutschland? Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hat am Mittwoch seine "Breitbandstudie 2014" vorgestellt. Die Markterhebung basiert auf der Befragung der 193 Mitgliedsunternehmen des Verbandes, in dem ein Großteil der Wettbewerber der Deutschen Telekom organisiert ist. Wichtigstes Ergebnis der Studie: Breitband ist noch vor Strompreisen, Verkehrsanbindung sowie Gewerbe- und Grundsteuer der Standortfaktor Nummer Eins. Dem Ausbau von Glasfasernetzen komme eine Schlüsselrolle für den Wohlstand in Deutschland zu. Zudem erwartet der BREKO in den kommenden Jahren eine rasant steigende Nachfrage nach Bandbreite.

Haushalte benötigen 2020 Anschlüsse mit 200 Mbit/s

Lag der Bandbreitenbedarf im vergangenen Jahr in Wohn- und Gewerbegebieten bei rund 30 bzw. 75 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), werden laut der Analyse des Branchenverbandes im Jahr 2018 bereits Download-Geschwindigkeiten von fast 100 bzw. rund 240 Mbit/s erforderlich sein. Im Jahr 2020 soll die durchschnittliche Bandbreiten-Nachfrage bei 200 Mbit/s im Downstream sowie 120 Mbit/s im Upstream liegen.

Zum Vergleich: 2013 lag die Bandbreiten-Nachfrage im Schnitt bei lediglich zwischen 5 und 12,5 Mbit/s. Bei BREKO-Netzbetreibern hätten die Kunden dagegen durchschnittlich bereits Breitband-Anschlüsse mit Surfgeschwindigkeiten von 10 bis 30 Mbit/s gebucht.

Drei Viertel der mobilen Internetnutzung läuft über festnetzgebundene WLAN-Netze

Der Festnetz-Anschluss behauptet seine Position. Laut der Studie wollen rund 80 Prozent der Haushalte nicht auf einen Festnetz-Anschluss verzichten. Denn auch wenn das mobile Internet boomt: 76 Prozent der Internetnutzung mit mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets erfolge in festnetzgebundenen WLAN-Netzen.

Das monatlich über einen Breitband-Anschluss übertragene Datenvolumen lag 2013 bei 8,8 Gigabyte (GB), für 2015 wird ein Volumen von 13,7 GB erwartet. Bei allen deutschen Festnetz-Breitbandanschlüssen zusammen fiel 2013 ein Gesamtdatenvolumen von 25,4 Milliarden GB an, bis 2015 soll es auf 38,2 Milliarden GB ansteigen.

Die Telekommunikationsunternehmen investieren weiter kräftig in den Ausbau der Netze. 2013 lagen die Gesamtinvestitionen in diesem Bereich hierzulande bei rund 6,5 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) investierten Wettbewerber der Telekom, der Bonner Konzern selbst steckte 45 Prozent dieser Summe in den Ausbau des deutschen Telekommunikationsmarktes. Seit 1998, dem Jahr der Liberalisierung des Marktes, flossen 113 Milliarden Euro in die Telekommunikationsinfrastruktur.

Die BREKO Breitbandstudie 2014 lässt sich nach einer Registrierung als Gast auf der Webseite des Verbandes herunterladen.

(Jörg Schamberg)

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