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BREKO bezeichnet VDSL-Ausbau der Telekom als "Rosinenpickerei"

Dem Branchenverband BREKO zufolge berichten immer mehr Telekom-Wettbewerber von Konfliktfällen beim VDSL-Ausbau. Die Telekom werde immer häufiger gerade in den Gebieten aktiv, wo Wettbewerber selbst einen Ausbau angemeldet haben.

26.11.2013, 11:30 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) übt scharfe Kritik am VDSL-Ausbau der Deutschen Telekom. Der Marktführer würde mit seinem Netzausbau bewusst den Wettbewerb verhindern. Dieser sei eine taktisch motivierte "Rosinenpickerei". Der Branchenverband fordert die Telekom auf, den Breitband-Ausbau in Deutschland stattdessen am Bedarf zu orientieren.

Probleme vorprogrammiert bei Vectoring-Einsatz

Dem BREKO zufolge berichten immer mehr Telekom-Wettbewerber, die im Verband organisiert sind, von Konfliktfällen beim VDSL-Ausbau. Immer häufiger gebe die Deutsche Telekom den Ausbau in Gebieten bekannt, in denen bereits ein Wettbewerber aktiv sei beziehungsweise selbst einen Ausbau dort angemeldet habe.

Der parallele Einsatz von VDSL an einem Kabelverzweiger (KVz) ist zwar durchaus möglich, bislang aber selten, da er sich in der Regel nicht rechnet. Der schwelende Konflikt wird jedoch dann zu einem offenen, wenn an diesem Kabelverzweiger die schnellere Vectoring-Technik zum Einsatz kommen soll, denn diese kann nur von einem Carrier betrieben werden.

BREKO fordert bedarfsgerechten Ausbau

So kündigte die Telekom nach Darstellung des Branchenverbandes an, im Ort Hosenfeld fünf Kabelverzweiger bis Mitte 2014 mit VDSL zu erschließen – kurz nachdem der Regionalanbieter RhönEnergie bekannt gegeben hatte, den Ort an 20 Kabelverzweigern mit VDSL zu versorgen.

Wie in diesem Fall auch schließe die Deutsche Telekom oft nicht eine Gemeinde komplett an, sondern suche sich nur die besonders lukrativen Kabelverzweiger heraus. Der Rest der Gemeinde werde dann einfach nicht mit Breitband-Internet versorgt.

Der BREKO setzt auf einen effizienten Breitbandausbau in kooperativen Geschäftsmodellen mit Kommunen, Stadtwerken und regionalen Netzbetreibern. Ziel sei es, dadurch die hohen Investitionskosten für den Netzausbau zu senken und unterversorgte Gebiete mit Glasfaser zu erschließen.

(Peter Giesecke)

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