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Breitbandgipfel: "VDSL ist die falsche Technologie"

Streit im Vorfeld des heutigen Breitbandgipfels: Die Kabelnetzbetreiber befürchten, gegenüber den (V)DSL-Anbietern benachteiligt zu werden.

03.02.2009, 14:31 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Das zweite Konjunkturpaket ist beschlossen, jetzt geht es darum, die Gelder gerecht zu verteilen. Für diesen Dienstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu Vertreter der Telekommunikationsbranche zu einem Breitband-Gipfel zusammengerufen. Auf eine gemeinsame Linie konnten sich die Teilnehmer im Vorfeld jedoch nicht einigen: Der schwelende Streit zwischen DSL-Anbietern und Kabelnetzbetreibern dürfte daran nicht ganz unschuldig sein.
"Eine echte Geldverschwendung"
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sprach sich Parm Sandhu, Chef des Kabelnetzunternehmens Unitymedia, für "faire Wettbewerbsbedingungen" aus: Die Ankündigung der Regierung, auf eine "investitions- und wachstumsorientierte Regulierung" zu setzen, sei zu unklar. Die Kabelunternehmen, die "viel Geld" in ihren Flächenausbau investiert hätten, müssten nun fürchten, gegenüber den VDSL-Netzanbietern benachteiligt zu werden. Dabei halte er die mit Glasfaser aufgerüsteten DSL-Hochgeschwindigkeitsnetze schon jetzt die "falsche Technologie", so Sandhu. "Ein Konjukturprogramm, das sich auf VDSL konzentriert, ist eine echte Geldverschwendung, denn Kabel ist schnell und technisch überlegen und wird schon in vielen auch ländlichen Gegenden angeboten. Es bietet heute bereits mehr, als die Regierung bis 2014 mit VDSL erreichen will."
Ausbau auf eigene Faust vorantreiben
Sandhu befürworte eine staatliche Förderung für ländliche Gebiete, in denen sich höhere Bandbreiten nur mit einem hohen technischen Aufwand erreichen lassen. Doch auch dies dürfte nicht allein zu Gunsten von DSL geschehen. "Wir fordern, dass die Politik die Kabelindustrie ebenso unterstützt, um die übrigen Haushalte zu versorgen." In der Zwischenzeit will Unitymedia den Ausbau auf eigene Faust vorantreiben und im Rahmen der Initiative "Breitband regional" 99 Gemeinden aufrüsten. Bis Ende des Jahres sollen so 91 Prozent aller Haushalte im Versorgungsgebiet an das Netz angeschlossen sein. Derzeit sind es 83 Prozent.

(André Vatter)

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