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Breitbandausbau: Neue Bundesländer abgeschlagen

Der neu gegründete Verein Breitband-Investitionsindex e.V. hat einen neuen Index im Netz veröffentlicht, der die strukturellen Ausbauvoraussetzungen vor Ort wiedergibt. In München ist der Breitbandausbau besonders gut möglich, schwierig wird es in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

02.12.2011, 12:19 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt voran, dennoch gestaltet sich die Ausgangslage in den einzelnen Regionen recht unterschiedlich. Der neu gegründete Verein Breitband-Investitionsindex (BIIX) e.V. hat im Internet unter www.bixx.net den ersten Breitband-Investitionsindex veröffentlicht. Der BIIX soll die realen Ausbauvoraussetzungen für eine Stadt oder einen Kreis anzeigen. "Das ist für Bewohner, Verwaltung und Investoren eine gute Orientierung", erläutert Martin Fornefeld, Vorsitzender des BIIX e.V. und Geschäftsführer der Düsseldorfer Unternehmensberatung MICUS Management Consulting. Das Ergebnis überrascht nur wenig: Der Großteil der kreisfreien Städte verfügt über gute Voraussetzungen, um den Breitbandausbau schnell voranzutreiben. Abgeschlagen zeigen sich dagegen großflächige, dünn besiedelte Landkreise.

München führt Ranking an

Der BIIX basiert auf dem Produkt von Einwohner pro Quadratkilometer und Hauptverteiler pro Quadratkilometer. Je höher die dadurch ermittelte Kennzahl, umso besser sind die Ausbauvoraussetzungen vor Ort. Die ermittelte Spanne ist breit gefächert und reicht vom sehr negativen Wert 0,43 für den Landkreis Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Bestwert 773,13, der für München ermittelt wurde. Später soll der BIIX auch das Nachfrageverhalten der Verbraucher berücksichtigen.

Der Verein hat die Daten von 413 Kreisen ausgewertet, darunter befinden sich 102 kreisfreie Städte, neun Stadtkreise und eine freie Hansestadt. Im Ranking sind die insgesamt 112 Städte alle bis zum Platz 167 zu finden. Alle folgenden Plätze werden von schlechter gestellten Landkreisen eingenommen. Nur wenige Landkreise konnten sich weiter vorne ansiedeln: Der beste Kreis ist Mettmann auf Platz 53, der Main-Taunus-Kreis nimmt Platz 71 ein.

Neue Bundesländer hinken hinterher

Beim Blick auf die Top 10 der jeweils bestplatzierten Städte und Landkreise fällt auf, dass die neuen Bundesländer dort nicht vertreten sind. Während München das Ranking anführt, haben es mit Herne, Bochum, Düsseldorf, Essen und Oberhausen gleich fünf nordrhein-westfälische Städte unter die besten 10 geschafft. Die deutsche Hauptstadt Berlin kommt im BIIX-Ranking auf Rang 3. Ein ähnliches Bild präsentiert sich bei den Landkreisen, hier ist Nordrhein-Westfalen mit dem führenden Mettmann sowie dem Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Rhein-Kreis Neuss, dem Kreis Recklinghausen sowie dem Kreis Unna wieder stark vertreten.

Mecklenburg-Vorpommern ist dagegen das Bundesland, das über die schlechtesten strukturellen Voraussetzungen für den Breitbandausbau verfügt. Das ist allerdings keine neue Erkenntnis. Auch der Breitbandatlas der Bundesregierung weist in den neuen Bundesländern noch viele weiße Flecken aus. "Die Anwendungsmöglichkeiten des BIIX sind vielfältig. So können künftig Fördermittel gezielter eingesetzt werden. Dabei sind die Top-Regionen sicherlich eigenwirtschaftlich zum schnellen Internet aufrüstbar", betont Nico Grove von der Bauhaus-Universität Weimar und zweiter Vorsitzender des BIIX e.V.

(Jörg Schamberg)

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