VATM "TK-Marktstudie 2016"

Breitband: Wettbewerber unter Druck von Telekom und Kabel-Internet

Der VATM hat die "TK-Marktstudie 2016" vorgestellt. Demnach können die Telekom und die Kabelnetzbetreiber die Zahl ihrer Breitbandanschlüsse ausbauen, für die alternativen Netzbetreiber spitzt sich die Lage dagegen zu.

Jörg Schamberg, 19.10.2016, 13:22 Uhr
DSL-ProviderDie "TK-Marktstudie 2016" analysiert den Breitbandmarkt in Deutschland.© i12 GmbH

Berlin – Wie entwickelt sich der Breitbandmarkt in diesem Jahr? Laut der am Mittwoch in Berlin vorgestellten "TK-Marktstudie 2016" von Dialog Consult und VATM steigt die Zahl der Breitbandanschlüsse bis Ende 2016 auf 31,2 Millionen. Das bedeutet eine Zunahme von 0,5 Millionen Anschlüssen. Die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) bleibe der dominierende Player auf dem Festnetzmarkt. Die Wettbewerber stehen dagegen nach Angaben des Telekommunikationsexperten Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, der Details zur Studie erläuterte, unter Druck.

Telekom und Kabelnetzbetreiber legen bei Breitbandanschlüssen zu

Die Studie schätzt die Zahl der Breitbandanschlüsse der Telekom bis Ende 2016 auf 13,0 Millionen, eine Zunahme um 0,4 Millionen gegenüber 2015. Damit hält der ehemalige Monopolist einen Anteil von 41,6 Prozent an den Breitbandanschlüssen in Deutschland. Hinzu kommen rund 3,8 Millionen Telekom-Resale-Anschlüsse (12,2 Prozent). Die Kabelnetzbetreiber verzeichnen einen Anstieg um 0,4 Millionen neue Anschlüsse. Ihr Anteil wächst auf 22,8 Prozent bzw. 7,1 Millionen Breitbandanschlüsse. Negativ gestaltet sich dagegen das Jahr 2016 für die alternativen DSL-Anbieter, die in einem Jahr rund 1,1 Millionen direkt geschaltete Breitband-Anschlüsse verlieren. Ihr Anteil an den gesamten Breitbandanschlüssen sinkt von 25,1 Prozent im Vorjahr auf nur noch 21,1 Prozent Ende 2016.

791.000 aktiv genutzte FTTH/B-Anschlüsse

Die Zahl der Glasfaseranschlüsse auf Basis von FTTH/B kann zwar um 0,6 Prozent zulegen, aktiv genutzt werden allerdings nur 791.000. Davon sind 707.000 FTTH/B-Anschlüsse der Wettbewerber und lediglich 84.000 der Telekom. Insgesamt bereits technisch erreichbar per Glasfaser sind bei Bedarf 2,69 Millionen Anschlüsse. Der Bonner Konzern setzt seinen Fokus aber auf den FTTC-Ausbau (VDSL und Vectoring) statt auf FTTH/B (Glasfaser bis in die Wohnung oder in das Gebäude).

Telekom weiterhin größter Breitbandanbieter

Die Telekom kam zum Stichtag Ende Juni 2016 auf 12,8 Millionen Breitband-Kunden, Vodafone (www.vodafone.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) kann 5,9 Millionen Breitband-Kunden für sich verbuchen. Auf Platz drei liegt 1&1 (www.1und1.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) mit 4,2 Millionen Kunden, gefolgt von Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) mit 3,2 Millionen. Telefónica Deutschland positioniert sich mit 2,1 Millionen Breitband-Kunden bereits deutlich abgeschlagen auf Rang fünf. Jeweils weniger als eine Millionen Internet-Kunden weisen Anbieter wie EWE, Tele Columbus, NetCologne und M-net auf.

Mehr Highspeed-Internetanschlüsse und Anstieg des Datenvolumens

Die Internet-Kunden in Deutschland verfügen zunehmend über Anschlüsse mit mehr Bandbreite. Ende 2016 soll die Zahl der Anschlüsse mit Surfgeschwindigkeiten von weniger als 6 Mbit/s von 6,6 Millionen auf 4,7 Millionen sinken (19,4 Prozent). 11,1 Millionen (46,1 Prozent) der Anschlüsse bieten Bandbreiten von 6 bis 16 Mbit/s. Die Zahl der Anschlüsse mit Highspeed von über 50 Mbit/s legt innerhalb eines Jahres um rund eine Million auf 1,7 Millionen (7,1 Prozent) zu. Nicht berücksichtigt sind hier die Kabelnetzbetreiber, da den Verfassern der Studie hierzu keine Zahlen vorlagen.

Kräftig zulegen konnte der Datenverkehr über Breitbandnetze. In diesem Jahr soll der Traffic um 20 Prozent auf 13,8 Milliarden GB anwachsen. Das durchschnittlich genutzte monatliche Datenvolumen pro Anschluss steige um 17 Prozent auf 37,2 GB. Zum Vergleich: Pro Monat werden per Mobilfunk im Schnitt 510 MB Datenvolumen verbraucht.

TK-Markt steigert Umsatz 2016 leicht auf 60,5 Milliarden Euro

Die TK-Marktstudie prognostiziert für dieses Jahr für den TK-Gesamtmarkt Umsätze in Höhe von 60,5 Milliarden Euro. Vor allem getrieben durch das Festnetz bedeutet dies eine leichte Zunahme um 0,5 Milliarden Euro. Während im Festnetzsektor 34,1 Milliarden Euro umgesetzt werden (+ 0,6 Milliarden Euro), sinkt der Umsatz im Mobilfunkmarkt leicht um 0,1 Milliarden Euro auf 26,4 Milliarden Euro. Die Telekom kann ihre Umsätze deutlich von 14,2 auf 14,8 Milliarden Euro steigern, auch die Kabelnetzbetreiber können um 0,2 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro zulegen.

Für die Wettbewerber sieht die Studie dagegen einen Rückgang um 0,2 Milliarden Euro auf 13,9 Milliarden Euro. Laut Professor Gerpott werden die Wettbewerber von der Telekom und den Kabelnetzbetreibern in die Zange genommen. Das Geschäft wird zudem zunehmend schwieriger. Bei Nutzung von Vorleistungsprodukten der Telekom bleibt für die Wettbewerber unter dem Strich nicht mehr viel eigener Verdienst. Verbleiben bei der TAL immerhin noch 35 Cent pro Euro Umsatz bei den Wettbewerbern, so sinkt dieser Anteil bei Nutzung eines Telekom-Bitstromzugangs auf nur noch 14 Cent.

VATM fordert Mindestversorgung von 1 Gbit/s bis 2025 als politisches Ziel

Dennoch investieren die Wettbewerber 2016 4,2 Milliarden Euro in den Breitbandausbau, die Telekom als größter Einzelinvestor 3,9 Milliarden Euro. VATM-Präsident Martin Witt sieht denn auch eine sich zuspitzende Lage für die Wettbewerber. Insbesondere durch die Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur werde der Breitbandausbau künftig verlangsamt. Da die Wettbewerber mehr Mittel für Vorleistungen der Telekom aufwenden müssen, fehle auf der anderen Seite das Geld für den kostenintensiven Ausbau auch in weniger lukrativen Gebieten. "Das Zeitalter des Klingeldrahts neigt sich dem Ende zu, die Zukunft liegt in den Glasfasernetzen", betont Witt. Daher müsse es ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Regulierung und Marktteilnehmern geben. Schon jetzt müssten die Breitbandziele für 2025 festgelegt werden. Es müsse Vorrang für Glasfaser gelten, eine Überbauung bestehender Glasfaserinfrastruktur dürfe es nicht geben. "Der Anschluss aller Privathaushalte und Unternehmen – unter Einbeziehung des ländlichen Raums – an Höchstgeschwindigkeitsnetze mit einer Mindestversorgung von 1 Gbit/s bis 2025 muss als politisches Ziel definiert werden", forderte Witt außerdem.

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