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Breitband via DVB-T: Teles gibt auf

Es wird nun doch keinen 16 Mbit/s schnellen Internetzugang auf Basis von DVB-T geben. Teles kapituliert vor den Behörden.

03.01.2006, 17:16 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Die Teles AG legt ihre Pläne für Breitband-Internet via DVB-T vorerst auf Eis. Als Grund nennt das Unternehmen die "weiterhin völlig unabsehbaren politischen Rahmenbedingungen für einen mobilen DVB-T-gestützten Breitband-Internet-Zugangsdienst".
Kapitulation vorm Staat
Trotzig begräbt die Teles AG ihre Pläne, einen bis zu 16 Megabit pro Sekunde schnellen Internetzugang auf Basis von DVB-T zu realisieren. Kurz vor dem Start der Internationalen Funkausstellung kündigten die Berliner noch vollmundig an, für angepeilte 25 Euro pro Monat 2006 in der Bundeshauptstadt ein solches Angebot auf die Beine stellen zu wollen. Jetzt, gut drei Monate später, die Kehrtwende.
"Das totale Desinteresse der zuständigen politischen Entscheidungsträger an diesem sehr zukunftsorientierten Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region ist an sich völlig unverständlich", schreibt der Teles-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Sigram Schindler in einer Pflichtmeldung. Schindler bezieht sich dabei auf das schleppend voranschreitende Vergabeverfahren der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb).
Kein Kanal
In einer am 22. Dezember 2005 veröffentlichten Ausschreibung gab die für die Kanalvergabe verantwortliche mabb bekannt, den Antrag der Teles AG auf die alleinige Nutzung des Kanals 65 zurückgewiesen zu haben. Als Grund gab die Behörde an, dass es sich bei einem Internetzugang nicht um Rundfunk handele. Gleichzeitig machte die mabb aber klar, dass "befristete Kapazitäten, die für Rundfunk zur Verfügung stehen, für andere Nutzungen" freigegeben werden könnten, "wenn sie für Rundfunknutzungen nicht erforderlich sind".
Seitens Teles hat man aber kein Interesse, weiter zu warten. Wie Teles-Finanzvorstand Olaf Schulz in einem Gespräch mitteilte, stehe man bereits seit zwei Jahren in Verhandlungen mit der mabb und sehe keinen Sinn darin, weitere ein bis zwei Jahre auf eine Entscheidung zu warten. Schließlich eroberten schon heute drahtlose Konkurrenztechnologien wie WiMAX die Region Berlin, wodurch DVB-T zunehmend an Attraktivität verliere. Dennoch schließt man bei Teles nicht ganz aus, das Projekt skyDVB-T möglicherweise zu späterer Stunde zu reaktivieren.

(Michael Müller)

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