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Breitband-Rückblick 2014: Highspeed für immer mehr Internetanschlüsse

Was hat sich 2014 getan auf dem deutschen Breitbandmarkt? Wir fassen einige wichtige Entwicklungen bei Internet per DSL, Kabel-Internet, Satellit und Glasfaser zusammen.

29.12.2014, 13:33 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Countdown läuft, das Jahr 2014 geht am Mittwoch zu Ende. Für den Breitbandmarkt in Deutschland war dieses Jahr turbulent. Breitband-Kunden konnten 2014 von noch schnelleren Internetanschlüssen profitieren, da die Anbieter die Surfgeschwindigkeiten weiter erhöhten. Auch die Marktkonsolidierung kam weiter voran. Wir geben einen Überblick über einige wichtige Entwicklungen 2014 bei Internet per DSL, Kabel-Internet, Glasfaser und Satellit.

VDSL 100: Vectoring geht an den Start - Kabel beschleunigt auf 200 Mbit/s

Die maximale Surfgeschwindigkeit bei Kabelanschlüssen erreicht seit November 200 Megabit pro Sekunde. Sowohl Unitmedia und KabelBW als auch Kabel Deutschland bieten ihren Kunden Highspeed-Internet per Kabel mit 200 Mbit/s an. Doch auch DSL-Anbieter halten für ihre Kunden dank des VDSL-Turbos Vectoring inzwischen mehr Speed bereit. Seit August bietet die Telekom in ersten Netzen VDSL 100 an, die Download-Bandbreite erreicht bis zu 100 Mbit/s, der Upload erfolgt mit bis zu 40 Mbit/s.

Auch die Telekom-Konkurrenz vermarktet Vectoring-Anschlüsse. Für VDSL 100 wird in der Regel lediglich ein monatlicher Aufpreis von 5 Euro berechnet. Allerdings ist Vectoring nur dort nutzbar, wo bereits VDSL verfügbar ist. Mittelfristig setzt die Telekom auf Supervectoring: Die neue Technik soll in wenigen Jahren Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s ermöglichen.

Weiterhin weiße Flecken - Breitbandausbau erreicht noch nicht alle Verbraucher

Weiße Flecken gibt es auch 2014 weiterhin, wenngleich der Netzausbau Schritt für Schritt weiter vorangekommen ist. Gerade in ländlichen Regionen gibt es aber immer noch Gebiete, in denen Verbraucher weiterhin teils nur mit minimalen Bandbreiten von unter 1 Mbit/s auf das Netz zugreifen können. Eine onlinekosten.de-Leserumfrage von September zeigte, dass 27 Prozent mit weniger als 6 Mbit/s im Internet surfen. Ist kein DSL oder Kabel-Internet vorhanden, könnte sich ein Blick auf die Angebote für Internet per Satellit lohnen. Denn der Internetzugang aus dem All ist bundesweit überall verfügbar. Die Download-Bandbreiten für Privatkunden liegen bei Vermarktern von Eutelsats tooway-Breitbandplattform inzwischen bei bis zu 22 Mbit/s, Uploads werden mit bis zu 6 Mbit/s realisiert. Zunehmend im Fokus bei den Sat-Providern: Die Versorgung ganzer Ortsnetze per Sat-Internet.

Glasfaserausbau kommt nur langsam voran - Nachfrage nach Highspeed-Internet eher verhalten

Und wie steht es um die als Zukunftslösung gepriesenen Glasfaseranschlüsse in Deutschland? Laut der Bilanz des Bundesverbandes Glasfaser (BUGLAS) errichteten die BUGLAS-Mitglieder 2014 FTTB/H-Anschlüsse für weitere 220.000 Haushalte. Insgesamt stehen schnelle Breitband-Anschlüsse per Glasfaser für knapp 1,6 Millionen Haushalte in Deutschland bereit. Die Mitgliedsunternehmen des BREKO-Verbandes haben für 2015 ehrgeizige Ziele: Sie wollen zusätzliche 600.000 Haushalte mit VDSL versorgen, sowie mehr als 400.000 Haushalte an schnelle Glasfaseranschlüsse auf Basis von FTTH/B anschließen. Die Nachfrage nach Highspeed-Internet hinkt jedoch bislang weiter hinterher. Viele Verbraucher haben derzeit offenbar gar kein Interesse daran, für Internet mit 100 Mbit/s und mehr einen Aufpreis zu zahlen.

Dennoch liegt Video on Demand im Trend, auch HD-Inhalte lassen sich online abrufen. Im September startete der Streaming-Dienst Netflix in Deutschland. Schon im August senkte Sky den Preis für seine Online-Videothek Sky Snap auf 3,99 Euro monatlich. Zudem kann Amazon mit dem in seinem Premium-Angebot "Prime" bereits enthaltenen Online-Videothek Prime Instant Video punkten. Wohin die immer intensivere Nutzung von Streaming führen kann, zeigte der Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW. Ab Februar 2015 greift eine Preiserhöhung für Bestandskunden von Unitymedia und Kabel BW. Das Unternehmen gebe damit einen Teil der gestiegenen Kosten für den Ausbau der Netzkapazitäten an die Kunden weiter. Auch bei der Konkurrenz werden die Konditionen für die Breitband-Nutzung für die Kunden ungünstiger. Die schon lange angekündigte Drosselung von DSL- und VDSL-Anschlüssen bei o2 unter der Bezeichnung "Fair-Use-Mechanik" trat im November in Kraft.

Weitere Konsolidierung: Vodafone übernimmt Kabel Deutschland, Telefónica schluckt E-Plus

Der deutsche Breitbandmarkt war 2014 von einer weiteren Konsolidierung geprägt: Der Mobilfunknetzbetreiber und Festnetz-Anbieter Vodafone hat Kabel Deutschland übernommen: Im Mai starteten beide Unternehmen mit der gemeinsamen Vermarktung unter der neuen Submarke "Zuhause plus". Zudem kaufte Telefónica Deutschland E-Plus. Der Druck der Konkurrenz auf die Telekom nimmt durch die neuen, größer gewordenen Schwergewichte zu. Der Bonner Konzern versuchte mit neuen Tarifen und neuer Technik gegenzusteuern. Seit Mitte Oktober bietet die Telekom mit MagentaZuhause neue Festnetztarife an, die für die Kunden einfacher und transparenter sein sollen. Die Tariflogik nach den Klassen S, M und L führen bereits zuvor Konkurrenten wie Vodafone oder o2 ein. Zudem können seit Ende November erste Kunden MagentaZuhause Hybrid bestellen: DSL und LTE werden mittels Hybrid-Router miteinander kombiniert, die verfügbaren Bandbreiten im Idealfall entsprechend erhöht.

Bleibt noch ein Blick auf die Hardware für den Breitbandzugang: Der sogenannte "Routerzwang" ist bei einigen Providern nach wie vor Realität. Anfang Dezember hieß es aber, dass die Bundesregierung das Ende des Routerzwanges durchsetzen wolle. Unsere Redaktion wird diese und andere Entwicklungen auch 2015 weiter beobachten und darüber aktuell berichten.

(Jörg Schamberg)

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