Rückblick

Breitband-Jahr 2019: Gigabit-Internet auf dem Vormarsch

Die wichtigen Highlights des deutschen Breitband-Marktes im Überblick. Die Zahl der Breitband-Anschlüsse legte 2019 weiter zu. Vodafone wurde dank Unitymedia-Übernahme zum starken Telekom-Konkurrenten.

Jörg Schamberg, 30.12.2019, 17:57 Uhr
Highspeed© Dominic Ziegler / Fotolia.com

Das Jahr 2019 geht zu Ende, doch welche Entwicklungen hat das Jahr für den deutschen Breitband-Markt gebracht? Können Kunden schneller surfen und tat sich was bei den Preisen für Internet-Tarife per VDSL, Glasfaser und Kabel-Internet? Wir werfen einen Blick auf wichtige Highlights dieses Jahres.

Über 35 Millionen Breitband-Anschlüsse in Deutschland

Router© borissos / Fotolia.com

Bis Ende 2019 soll die Zahl der Breitband-Anschlüsse in Deutschland laut einer Marktstudie des Branchenverbandes VATM auf 35,2 Millionen gestiegen sein. Das wäre ein Plus von rund einer Million gegenüber dem Vorjahr. Die Deutsche Telekom kam im Sommer 2019 mit rund 13,6 Millionen Breitband-Kunden auf einen Marktanteil von 39,4 Prozent und bleibt der größte Breitband-Anbieter in Deutschland. Vodafone liegt mit 6,9 Millionen Breitband-Kunden und einem Anteil von 19,9 Prozent deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Das ändert auch nicht die Übernahme von Unitymedia: Der Kölner Kabelnetzbetreiber verfügte Mitte 2019 über 3,7 Millionen Breitband-Kunden und einen Breitband-Marktanteil von 10,7 Prozent. Auf 1&1 entfielen 4,3 Millionen Breitband-Kunden (12,3 Prozent Marktanteil), für Telefónica Deutschland nennt die Studie 2,2 Millionen Breitband-Kunden und 6,4 Prozent Marktanteil.

VDSL mit bis zu 250 Mbit/s 2019 an vielen Orten verfügbar

Im Sommer 2018 war bei der Deutschen Telekom der Start von VDSL mit der Turbo-Technologie Super-Vectoring erfolgt. Die Download-Geschwindigkeiten von VDSL-Anschlüssen lassen sich dadurch auf bis zu 250 Mbit/s beschleunigen. Im Dezember 2019 bietet die Telekom nach eigenen Angaben Downloadraten von bis zu 250 Mbit/s bereits für rund 30 Millionen Haushalte an. Über angemietete Telekom-Leitungen realisieren auch Vodafone, 1&1 sowie O2 Doppel-Flats für Internet und Telefonie mit Surfspeed von bis zu 250 Mbit/s. Der Einstieg ist für Neukunden im Rahmen von Aktionen eine Zeit lang bereits für rund 20 Euro pro Monat möglich.

Gigabit-Speed bei Unitymedia und Vodafone

Wer noch schneller im Internet surfen möchte, konnte in diesem Jahr immer häufiger auch Internet mit Gigabit-Tempo buchen. Eine solche Geschwindigkeit halten nicht nur Glasfaseranbieter wie die Deutsche Glasfaser bereit, sondern in großer Zahl vor allem die Kabelnetzbetreiber Vodafone, Unitymedia und PŸUR. Vodafone und Unitymedia zusammen können im Dezember 2019 Gigabit-Internet für bundesweit 11,3 Millionen Haushalte anbieten. Der Großteil der Gigabit-Städte entfällt dabei auf das Verbreitungsgebiet von Vodafone in 13 Bundesländern, Unitymedia bietet Gigabit-Geschwindigkeit bislang in sieben Gigabit Citys an, PŸUR etwa im Großraum Berlin. Bis 2022 will Vodafone die Verfügbarkeit von Gigabit-Internetanschlüssen für 25 Millionen Haushalte in Deutschland ermöglichen.

Vodafone Unitymedia NetzVodafone verfügt nach der Übernahme von Unitymedia bundesweit über eigene Kabelnetze.© Vodafone GmbH

Unitymedia wird Teil von Vodafone

Vodafone-Konkurrenten wie die Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland hatten sich lange gegen eine Fusion von Vodafone und Unitymedia gewehrt - letztlich ohne Erfolg. 2018 hatte Vodafone die Übernahme von Unitymedia beantragt, der Vollzug erfolgte im Sommer 2019. Seit August 2019 gehört Unitymedia offiziell zum Mobilfunknetz- und Kabelnetzbetreiber Vodafone. Einige Auflagen müssen allerdings erfüllt werden. Dazu gehört beispielsweise die Öffnung des Kabelnetzes für Telefónica Deutschland. Der Münchener Mobilfunknetzbetreiber kann demnächst über das Kabelnetz eigene Tarife anbieten.

Die Marke Unitymedia steht mittelfristig vor dem Aus, vielleicht schon 2020 könnte sie vom Markt verschwinden. Unitymedia-Kunden spüren bereits jetzt erste Auswirkungen. Sie erhalten Vodafone-Hardware wie den WLAN-Kabelrouter Vodafone Station statt der bisherigen Connect Box, auch Horizon TV dürfte eventuell 2020 von Vodafones GigaTV abgelöst werden.

Rund 1,5 Millionen aktiv genutzte FTTB/H-Anschlüsse

Die Zahl der reinen Glasfaseranschlüsse auf Basis von FTTB bzw. FTTH erhöhte sich 2019 weiter. Aktiv genutzt werden laut einer VATM-Schätzung Ende 2019 rund 1,5 Millionen FTTB/H-Anschlüsse. Technisch verfügbar sollen derzeit rund 4,3 Millionen solcher Glasfaseranschlüsse ein.

Wie teuer ist Highspeed-Internet im Jahr 2019?

Tarife mit schnellem Internet gibt es für Neukunden häufig bereits für rund 20 Euro, zumindest für eine befristete Einstiegszeit. Gigabit-Speed ist beispielsweise sowohl bei Vodafone als auch bei Unitymedia ein Jahr lang zum Aktionspreis von 19,99 Euro statt regulär 69,99 Euro erhältlich. VDSL 250 ist je nach Anbieter für eine bestimmte Zeit lang zu Preisen zwischen rund 20 Euro und 25 Euro nutzbar. Regulär berechnet die Telekom rund 55 Euro pro Monat, bei Vodafone sind es 49,99 Euro. 1&1 verlangt 44,99 Euro monatlich, bei O2 fallen ebenfalls 44,99 Euro pro Monat an.

Eigenes TV-Angebot bei jedem Provider

Alle Breitband-Anbieter setzen zudem auf eigene TV-Produkte. Sei es MagentaTV bei der Telekom, GigaTV bei Vodafone, O2 TV von Telefónica Deutschland oder 1&1 Digital-TV. 1&1 bietet seit kurzem zu allen VDSL-Tarifen optional das kostenlose IPTV-Paket "1&1 HD-Fernsehen" an.

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