Rückblick

Breitband-Jahr 2018: Mehr Speed per VDSL und Kabel-Internet

Die Bundesbürger konnten 2018 in immer mehr Orten schneller im Internet surfen. Sowohl die Telekom als auch die Kabelnetzbetreiber erhöhten die Bandbreite vieler Anschlüsse. Wir geben einen Überblick über einige Highlights des Breitbandmarkts 2018.

Highspeed Internet© Silvano Rebai / Fotolia.com

Linden – Wie verlief der Breitbandausbau im Jahr 2018? Was hat sich getan bei VDSL, Glasfaser und Internet per Kabel? Wir haben die wichtigsten Entwicklungen dieses Jahres zusammengestellt.

Start von Super-Vectoring: VDSL mit bis zu 250 Mbit/s

Die Internetanschlüsse vieler Haushalte sind in diesem Jahr schneller geworden. Zumindest sind mehr schnelle Anschlüsse verfügbar, die bei Bedarf mit den entsprechenden Tarifen genutzt werden können. So bietet beispielsweise die Deutsche Telekom rund 26 Millionen Haushalten einen Internet-Tarif mit einer Download-Geschwindigkeit von 100 Mbit/s und mehr an.

Im August dieses Jahres erfolgte der Startschuss für Super-Vectoring. Mit der Technologie lassen sich VDSL-Anschlüsse auf bis zu 250 Mbit/s im Download beschleunigen. Anfang Dezember bot die Telekom Super-Vectoring bereits für fast 14 Millionen Anschlüsse an. Surfgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s vermarkten auch Vodafone und 1&1 über angemietete Telekom-Leitungen.

Gigabit-Speed bei Unitymedia und Vodafone

Noch schneller ins Netz ging es in diesem Jahr bei den Kabelnetzbetreibern. Unitymedia bietet seit Mai 2018 in Bochum, der ersten Gigabit City des Anbieters, Kabel-Internet mit bis zu 1 Gbit/s im Downstream an. In den folgenden Monaten folgten Frankfurt am Main sowie Düsseldorf und Köln als weitere Städte mit Gigabit-Anschlüssen von Unitymedia.

Vodafone startete seine Gigabit-Angebote zwar erst im September, rüstete sein Netz aber seitdem zügig für Gigabit-Speed auf. In immer mehr Bundesländern und Orten ist der Gigabit-Tarif von Vodafone inzwischen verfügbar. Bis Ende 2018 sollen Internetanschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s für sechs Millionen Haushalte verfügbar sein. Bis zum Ende des kommenden Jahres will Vodafone dann Gigabit-Anschlüsse für bis zu 11,1 Millionen Haushalte bereithalten.

Mehr als eine Million aktiv genutzter FTTB/H-Anschlüsse

Und wie sieht es mit reinen Glasfaseranschlüssen aus? Die Zahl der aktiv genutzten FTTB/H-Anschlüsse in Deutschland knackte 2018 erstmals die Marke von einer Million. Insgesamt sollen Ende 2018 laut der TK-Marktstudie des Branchenverbandes VATM rund 3,4 Millionen FTTB/H-Anschlüsse verfügbar sein. Der Großteil davon wurde von Wettbewerbern der Telekom realisiert, darunter etwa regionale Anbieter wie M-net und EWE. Ab 2021, nach dem weitgehenden Abschluss des VDSL-Ausbaus (FTTC), will der Bonner Konzern aber ebenfalls stärker in den Glasfaserausbau bis ins Haus investieren. Geplant ist die Errichtung von bis zu zwei Millionen FTTH-Anschlüssen pro Jahr.

Was kostet Highspeed-Internet 2018?

Wie gestaltete sich die Preisentwicklung bei den Internetanbietern in diesem Jahr? Tarife mit hohen Bandbreiten sind zumindest in der Einführungsphase für Neukunden erschwinglich geworden. Vodafone lockt beispielsweise bei seiner Doppel-Flat "Red Internet & Phone 1000 Cable" in den ersten zwölf Monaten mit einem Aktionspreis von 19,99 Euro pro Monat statt regulär 69,99 Euro. Unitymedia berechnet in den ersten 24 Monaten 99,99 Euro pro Monat, danach schlägt der Tarif "2play FLY 1000" mit monatlich 109,99 Euro zu Buche.

Für Tarife mit VDSL 250 (Super-Vectoring) werden reguläre Preise zwischen knapp 45 Euro (1&1) und rund 55 Euro pro Monat (Telekom) aufgerufen. VDSL 100 kostet bei 1&1, Vodafone und O2 regulär knapp 35 Euro pro Monat, die Telekom verlangt rund 45 Euro monatlich.

Übernahme von Unitymedia durch Vodafone prägt den Breitbandmarkt

Ein wichtiges Ereignis, das den Breitbandmarkt in Deutschland nicht nur in diesem Jahr, sondern auch zukünftig beschäftigen und wohl auch verändern wird, war die im Mai 2018 erfolgte Ankündigung der Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. Vodafone könnte durch diesen Schritt in allen Bundesländern schnelles Kabel-Internet anbieten und würde die Telekom damit stärker unter Druck setzen können. Diverse Provider und Verbände haben vor einer Fusion der beiden großen Kabelnetzbetreiber und der damit verbundenen Gefahr für den Wettbewerb gewarnt. Die endgültige Entscheidung über den Milliarden-Deal werden die EU-Wettbewerbswächter erst 2019 treffen.

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Jörg Schamberg

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