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Breitband im Juni: Der Wettbewerb wird heiß

Während es in den vergangenen Monaten auf dem Breitbandmarkt vergleichsweise ruhig zuging, wird der Juni wieder heiß. Die Telekom senkt die DSL-Preise und die Wettbewerber müssen reagieren. Zudem werden die Kabelnetzbetreiber zu immer stärkeren Konkurrenten. Wir geben einen Überblick über die aktuellen Tarife.

01.06.2007, 19:18 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Während es in den vergangenen Monaten auf dem Breitbandmarkt vergleichsweise ruhig zuging, wird der Monat Juni wieder heiß. Die Telekom senkt die Preise für ihre DSL-Pakete und die Wettbewerber müssen reagieren. Zudem werden auch die Kabelnetzbetreiber zu immer stärkeren Konkurrenten mit günstigen Internet-Tarifen und einem Kabelnetz, das bis in viele kleine Gemeinden reicht.
Telekom-Preise sinken
Die Telekom senkt im Juni die Paket-Preise. Call & Surf-Basic mit einem Downstream von zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) für 34,95 Euro kann nun inklusive DSL-Flatrate bestellt werden. Bisher waren monatlich nur 1.000 Megabyte Datentransfer inklusive. Eine Internet- und eine Telefon-Flatrate bieten die Tarife Call & Surf-Comfort und Call & Surf-Comfort Plus. Mit einem analogen Telefonanschluss werden bei Call & Surf-Comfort nun 44,95 Euro fällig, statt bisher 49,95 Euro. ISDN-Kunden zahlen 48,95 Euro. Die Downloadgeschwindigkeit des DSL-Anschlusses beträgt bis zu sechs Mbit/s.
Das Paket Call & Surf-Comfort Plus kostet bis Ende Juli 49,95 Euro monatlich während der gesamten Vertragslaufzeit. Wer das Paket mit einem analogen Telefonanschluss, 16-Mbit-DSL-Anschluss, einer Hotspot-Flatrate und einem kostenlosen Installationsservice ab August bestellt, muss in Verbindung mit einem Analoganschluss monatlich 54,95 Euro zahlen, mit einem ISDN-Anschluss 58,95 Euro. Bisher kostete das Comfort Plus-Paket 59,95 beziehungsweise 64,95 Euro. Nachteil: Galt bisher eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr, müssen sich Telekom-Kunden nun mindestens zwei Jahre binden. Bestandskunden sollen ihre Tarife auf Wunsch umbuchen können, müssen dann aber eine neue Vertragslaufzeit von zwei Jahren akzeptieren.
Reaktion: Alice wird noch günstiger
Die erste Reaktion auf die Tarifsenkungen folgte prompt eine Woche später. Hansenet erklärte, dass die Grundgebühren in sämtlichen Alice-DSL-Paketen in einer befristeten Aktion gesenkt werden. Ab dem 4. Juni gibt es die Alice-DSL-Pakete Alice Light, Alice Fun, Alice Deluxe und Alice Complete je fünf Euro günstiger. Die Aktion ist befristet bis zum 30. Juni und gilt ausschließlich für Neukunden. Bestandskunden müssen weiter den alten Monatspreis zahlen. Der größte Festnetzkonkurrent der Telekom, Arcor, kündigte an, auf die neuen Tarife schnellstmöglich reagieren zu wollen. Die aktuellen Breitband-Tarife, die über die Breitbandleitungen von Arcor realisiert werden, gelten noch bis zum 4. Juni. Dass Arcor die Kampfansage der Telekom kontern wird, halten Branchenexperten für wahrscheinlich. Update: Arcor hat inzwischen die neuen Tarife bekannt gegeben. Details dazu gibt es hier.
Neue Resale-Tarife bei Arcor...
Auf einem anderen Sektor hat sich aber bereits etwas bewegt: Die Eschborner haben ihre Resale-Tarife überarbeitet. Das DSL-Resale-Paket, das bislang mit einer Geschwindigkeit von zwei Mbit/s im Downstream angeboten wurde, bekommt einen Geschwindigkeitsschub verpasst. Ab sofort gibt es das Paket für monatliche 28,48 Euro mit einer Downloadgeschwindigkeit von sechs Mbit/s.
Das schnelle ADSL2(+)-Paket mit 16 Mbit/s wird um zwei Euro im Preis gesenkt und kostet nun 36,48 Euro im Monat. Für die Resale-Tarife ist ein Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG Voraussetzung, der weitere monatliche Kosten in Höhe von mindestens 16,37 Euro verursacht. Außerdem hat Arcor eine neue Schmalband-Flatrate gestartet. Für einmalig 14,95 Euro können Kunden vom ersten Tag der Nutzung bis zum Ende des Monats unbegrenzt im Internet surfen. Der Vertrag endet jeweils automatisch zum Monatswechsel. Eine Kanalbündelung kostet aber extra.
...und bei Congster
Lange war es ruhig um die Telekom-Tochter Congster. Ende Mai hat sich etwas bei den Tarifen getan. Congster vermarktet ab sofort auch Resale-Tarife. Zwei neue Pakete sind bestellbar: das DSL-Pack 6000 und das DSL-Pack 16.000. Das DSL-Pack 6000 umfasst für monatliche 21,99 Euro einen DSL-Anschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu sechs Mbit/s, einer DSL-Flatrate und einem VoIP-Telefonanschluss. Für 25,99 Euro gibt es das Paket auch mit einem bis zu 16 Mbit/s schnellen ADSL2(+)-Anschluss. Eine Flatrate für die VoIP-Gespräche ist optional für 7,99 Euro im Monat hinzu buchbar. Die einmalige Bereitstellungsgebühr beträgt 19,99 Euro. Freenet hingegen hat bereits Mitte Mai das eigene DSL-Angebot überarbeitet und die Preise für die entbündelte Doppel-Flatrate gesenkt. Wer sich zusätzlich zum Freenet Komplett-Basispaket für die Telefon- und DSL-Flatrate entscheidet, zahlt für beide zusammen jetzt monatlich zusätzlich 15 statt zuvor 19,90 Euro.
Doppel-Flat günstiger
Das Basispaket umfasst für monatlich 19,95 Euro einen Internetanschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu einem Mbit/s und einem Gigabyte Freivolumen sowie einem VoIP-Telefontarif. Gespräche zwischen Freenet-Anschlüssen sind kostenlos. Wer die Doppel-Flatrate hinzu bucht, zahlt nun insgesamt monatlich 34,95 Euro. Für das entbündelte Komplettpaket mit 16 Mbit/s Downstream zahlt der Kunde jetzt 49,95 Euro statt zuvor 54,85 Euro im Monat. Wer keine Doppel-Flatrate benötigt, kann auch weiterhin die DSL- und Telefon-Flat einzeln zum Tarif für je 9,95 Euro pro Monat buchen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre.
o2 macht DSL-Preise attraktiver
Nicht nur die DSL-Anbieter starten neuerdings eigene Mobilfunk-Angebote, auch die klassischen Mobilfunker wildern in fremden Terrains. Nahezu jeder der großen Mobilfunknetzbetreiber hat heute eigene DSL-Angebote am Start. Die DSL-Tarife von o2 werden im Juni deutlich günstiger: In den Tarifen DSL S, DSL M und DSL L sinkt die Grundgebühr um jeweils zehn Euro.
Für einen DSL-Anschluss mit vier Mbit/s Downstream und Internetflatrate werden im Tarif o2 DSL S künftig 30 Euro im Monat fällig. Wer den DSL-Anschluss mit einer Voice-over-IP-Flatrate für unbegrenzt viele Telefonate in das deutsche Festnetz koppeln möchte, muss für den Tarif o2 DSL M jetzt monatlich 40 Euro zahlen. o2 DSL L mit Doppel-Flatrate und 16-Megabit-Anschluss kostet 45 Euro im Monat. Die Anschlussbereitstellung kostet einmalig 29 Euro. Das DSL-Angebot wird über das Netz von Telefónica realisiert, ein Telefonanschluss der Telekom wird nicht benötigt. Die DSL-Tarife können auch von Kunden bestellt werden, die keinen Mobilfunkvertrag bei o2 abgeschlossen haben.
Vodafone jetzt mit 16 Mbit/s
Anders ist dies bei Vodafone. Hier stehen die DSL-Tarife nur den eigenen Mobilfunk-Kunden offen. Ab Juni haben die Düsseldorfer auch schnelle ADSL2(+)-Anschlüsse mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s im Angebot. Die Tarife DSL Pur, Zuhause DSL Flat und Zuhause DSL Flat Family sind nun in Varianten mit zwei, sechs und 16 Mbit/s bestellbar. Für die 16 Mbit/s-Variante zahlt der Kunde fünf Euro monatlich mehr als für die DSL-Pakete mit sechs Mbit/s.
Doch vergleichsweise günstig sind die Vodafone-Pakete nicht: Für die Dreifach-Flatrate mit 16 Mbit/s-Anschluss, Internet-Flatrate und einer Flatrate für alle Telefonate aus dem Zuhause-Bereich ins deutsche Festnetz und für alle Anrufe zu den Vodafone-Handys von Bekannten verlangen die Düsseldorfer saftige 59,95 Euro im Monat. Bei den Kabelnetzanbietern tut sich im Juni auch so einiges. Nicht nur, dass die Unternehmen über gut ausgebaute und multimediafähige Netze verfügen, die Tarife werden zudem immer interessanter und konkurrenzfähiger. Kabel BW preschte bereits Mitte Mai mit einem neuen Tarifangebot vor, das auch im Juni weiter gilt. Der Einstieger-Tarif Clever-Kabel mit vier Mbit/s hat zur Internet-Flatrate nun auch einen vollwertigen Telefonanschluss spendiert bekommen, bei dem innerhalb des Kabel BW-Netzes alle Telefonate kostenlos sind. Das Paket kostet monatlich 19,90 Euro. Für die Einrichtung und Installation inklusive Kabelmodem berechnet Kabel BW einmalig 69,90 Euro.
Bewegung im Kabelnetz
Auch Kabel Deutschland gibt weiter Gas. Im Juni gibt es neue Pakete und einen Geschwindigkeitsschub. Im Paket Comfort erhöht sich die maximale Downloadgeschwindigkeit von 4,2 auf bis zu sechs Mbit/s für monatlich 29,90 Euro. Eine Telefon-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz gibt es im ersten Jahr gratis dazu.
Das neue Paket Deluxe bietet statt 10,2 Mbit/s nun eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s im Downstream und 768 kbit/s im Upstream und kostet 39,90 Euro. Eine Telefon-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz gibt es auch hier im ersten Jahr gratis dazu. Ab dem 13. Monat kann sich der Kunde wie beim Comfort-Paket für oder gegen die Flatrate entscheiden. Bei allen Angeboten fallen einmalige Bereitstellungskosten von 9,90 Euro an. Alle Internet- und Telefonie-Produkte haben eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr.
Größter Kabel-Knaller folgt
Die größten Tarifänderungen werden allerdings von den Kabelmarken ish, iesy und Tele Columbus West erwartet. Ab dem 5. Juni werden sie vom Markt verschwinden und nur noch unter dem vereinheitlichten Namen der Muttergesellschaft Unitymedia agieren. Ab dem 5. Juni wird es außerdem neue Tarife geben, mit denen sich das Unternehmen "als schärfster Wettbewerber von Telekom- und DSL-Anbietern" positionieren möchte. So wird unter anderem das Produkt Unity3pay angeboten, das für 30 Euro im Monat einen Breitband-Anschluss mit sechs Megabit pro Sekunde im Downstream sowie Internet- und Telefon-Flatrate für unbegrenzt viele Telefonate in das deutsche Festnetz umfasst. Update: Unitymedia hat inzwischen die neuen Tarife bekannt gegeben. Details dazu gibt es hier. Nahezu alle anderen Anbieter gehen mit ihren Angeboten im Juni in die Verlängerung. Bei Strato gibt es das entbündelte ADSL2(+)-Paket Strato DSL 3+ weiter zum vergünstigten Monatspreis.
DSL 3+ halbes Jahr günstiger
Das entbündelte Angebot enthält einen Internetanschluss mit bis zu 16 Mbit/s im Downstream, eine Internet-Flatrate und eine Flatrate für VoIP-Telefonate. Die Gebühr für die Telefon-Flatrate entfällt weiter in den ersten sechs Monaten der Vertragslaufzeit, somit werden im ersten halben Jahr monatlich 28,90 Euro fällig. Ab dem siebten Monat müssen wieder regulär 38,80 Euro gezahlt werden. Ohne die Phone-Flat kostet der entbündelte Tarif monatlich 33,80 Euro.
Für die Anschlusseinrichtung fallen 29,90 Euro an, die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Bei den DSL-Resale-Paketen bieten die Berliner noch bis Ende Juni den ersten Monat der Vertragslaufzeit kostenlos an. Die Bereitstellungsgebühr entfällt hier.
2DSL und 4DSL laufen weiter
1&1 verlängert seinen Einsteigertarif 2DSL, ein Paket mit einem Internetzugang mit zwei Mbit/s im Downstream sowie einer DSL- und einer Telefon-Flatrate für Gespräche in das deutsche Festnetz. Der reguläre Preis für das Paket beträgt 19,99 Euro pro Monat. In den ersten drei Monaten erhalten Neukunden das Paket weiter zum günstigeren Monatspreis von 9,99 Euro.
Auch das 4DSL-Paket, das für 29,99 Euro im Monat einen bis zu 16 Mbit/s schnellen ADSL2(+)-Anschluss inklusive vier Flatrates bietet, bleibt zu den Mai-Konditionen erhalten. Neukunden erhalten die ersten drei Monate zum günstigeren Monatspreis von 19,99 Euro. Für beide Tarife ist ein Telefonanschluss der Telekom Voraussetzung, für den mindestens 16,37 Euro pro Monat zusätzlich gezahlt werden müssen.

(Denise Bergfeld)

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