Breitband-Kommission

Breitband für alle Menschen: UNO fordert zum Handeln auf

Ende 2017 werden rund 48 Prozent der Weltbevölkerung online sein, immer mehr Menschen erhalten Zugriff auf Breitband-Zugänge. Rund 3,9 Milliarden Menschen sind noch offline. UNO-Generalsekretär Gutteres warnt vor der größer werdenden digitalen Kluft. Gerade Entwicklungsländer könnten weiter abgehängt werden.

Flaggen© Marcel Schauer / Fotolai.com

New York – Bei der jährlichen Herbsttagung der UNO-Breitbandkommission für nachhaltige Entwicklung in New York wurde am Wochenende der Breitbandzugang als entscheidend für die Ziele der Vereinten Nationen bezeichnet. Der Zugang müsse für alle Menschen gewährleistet sein, hier müsse gehandelt werden. Andernfalls werde riskiert, dass einige Bevölkerungsgruppen tiefer in die digitale Kluft fallen könnten. Besonders Frauen und Mädchen seien gefährdet, ohne Zugriff auf einen Breitbandzugang abgehängt zu werden. UNO-Generalsekretär António Guterres sieht Breitband als "bewerkenswertes Werkzeug", um dem globalen Wohl zu dienen.

Entwicklungsländer bei Breitband-Versorgung nicht zurücklassen

In New York haben sich sowohl Regierungsvertreter zahlreicher Länder und Vertreter der Größen der Breitbandbranche getroffen. Das Treffen fand parallel zur Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. UNO-Generalsekretär Guterres betonte, dass die Technologie entscheidend sei. Er sprach aber auch Bedenken wie Cybersicherheit, Privatsphäre und die digitale Kluft an. Damit alle Menschen die Vorteile von Breitband nutzen könnten, "müssen wir mehr tun", so Guterres. Gerade die Entwicklungsländer dürften nicht zurückgelassen werden.

Nutzbare Surfgeschwindigkeiten legen weltweit zu

Nokia-Chef Rajeev Suri erläuterte, dass inzwischen 76 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu einem 3G-Signal hätten. Immer mehr Menschen könnten auch schnellere Internetanschlüsse nutzen. Internetzugänge mit 15 bzw. 25 Mbit/s nahmen laut einer Akamai-Studie weltweit gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent bzw. 42 Prozent zu. Die weltweite durchschnittliche maximale Surfgeschwindigkeit kletterte im 1. Quartal 2017 gegen über dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 44,6 Mbit/s. Es gehe bei der digitalen Kluft somit nicht nur um die reine Internet-Abdeckung, sondern zunehmend auch um die Geschwindigkeit des Zugangs. Eine hochrangig besetzte Expertengruppe der Kommission legte zudem ein Papier mit Vorschlägen für eine zukunftssichere Informations- und Kommunikationstechnologie vor. Diese werde nach Prüfung durch die Breitband-Kommission veröffentlicht.

3,9 Milliarden Menschen weltweit ohne Internetzugang

Am 14. September war zudem der Breitband-Bericht 2017 präsentiert worden, der weltweite Zahlen zu Breitband-Internetzugängen liefert. Bis Ende 2017 werden demnach 48 Prozent der Weltbevölkerung online sein. Rund 3,9 Milliarden Menschen haben aber weiterhin noch keinen Internetzugang. In entwickelten Ländern werde die Internet-Abdeckung bis Ende 2017 voraussichtlich 41,3 Prozent erreichen, in Entwicklungsländern werde die Internet-Versorgung zum Jahresende dagegen voraussichtlich bei nur 17 Prozent liegen.

Jörg Schamberg

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