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Breitband-Dienste kommen per Satellit aufs Handy

Das US-Unternehmen TerreStar Global will ab 2010 einen mobilen Breitbanddienst für ganz Europa anbieten. Vorerst soll ein Pilotprojekt in Österreich gestartet werden.

24.03.2007, 11:18 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Ein Pilotprojekt für die flächendeckende Versorgung von ganz Europa mit mobilen Breitbanddiensten startet im Jahr 2010. Das US-Telekommunikationsunternehmen TerreStar Global will einen eigenen Satelliten in den Weltraum befördern, der als überdimensionaler Handymast im All ganz Europa versorgt.
Kein Konkurrent für Mobilfunker
Dabei versteht sich der Anbieter nicht als Konkurrent zu den bestehenden Mobilfunkbetreibern. Vielmehr will man als Dienstleister auftreten, der den Kunden Zusatzfunktionen zu bieten hat. Einzelheiten zur Preisgestaltung liegen bislang nicht vor. TerreStar-Chef Robert H. Brumley sagt gegenüber pressetext, dass es sich anfänglich um einen Premium-Dienst handeln wird. Dessen Preis wird letztendlich durch den Markt reguliert.
Vorerst soll die terrestrische Kommunikation mit Satellitenkomponenten nur in Österreich in Zusammenarbeit mit Telekom Austria (TA) angeboten werden. Nach Ansicht von TerreStar herrscht in der Alpenrepublik eine hohe Bereitschaft, neue Techniken auszuprobieren.
Zuverlässige Versorgung europaweit
In allen Gebieten, wo es keine terrestrische Versorgung mit Kommunikationsdiensten gibt und bislang Funklöcher den Handyempfang an seine Grenzen bringen, soll der TerreStar-Satellit zum Einsatz kommen. Nach Angabe des Unternehmens soll eine europaweit zuverlässige und flächendeckende Breitbandkommunikation für mobile Endgeräte gewährleistet werden. Auch bei einem Zusammenbruch der terrestrischen Infrastruktur würde die Sat-Technologie weiter funktionieren.
Derzeit wird an der Entwicklung des bislang größten kommerziellen Satelliten gearbeitet, der zusätzlich zu Europa auch angrenzende Teile Asiens, den Nahen Osten und Nordafrika abdecken soll. Die TerreStar-Technik lässt sich durch das integrierte Chipset in jedes Mobiltelefon integrieren. Je nach Verfügbarkeit wechselt das Endgerät dabei automatisch den Kommunikationsweg: Neben der Satelliten-Kommunikation sind auch GSM, UMTS und HSDPA möglich.
Zusätzlich wird eine PCMCIA-Steckkarte entwickelt. Diese arbeitet mit Antennen durchschnittlicher Größe, die mit den bekannten WLAN-Antennen vergleichbar sind, zusammen.

(Stefan Hagedorn)

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