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Boom der Online-Musik setzt sich rasant fort

Das Wachstum des Download-Geschäfts werde vor allem von der Zunahme der Breitbandanschlüsse und der wachsenden Popularität der tragbaren MP3-Player getrieben.

28.08.2006, 13:54 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Der Boom des Online-Musikmarktes wird sich in den nächsten Jahren vorraussichtlich in rasantem Tempo fortsetzen. Das geht aus einer am heute in Berlin veröffentlichten Studie der Medienforschungsinstitute Screen Digest und Goldmedia hervor.
Mehr und mehr Umsatz
Demnach wird der Umsatz in dem Geschäft mit aus dem Internet heruntergeladener Musik in diesem Jahr in Westeuropa ein Volumen von 280 Millionen Euro erreichen. Er wird damit mehr als doppelt so hoch sein wie vergangenes Jahr, als er bei 121 Millionen Euro lag. Für das Jahr 2010 rechnen die Institute mit einem Marktvolumen von 1,1 Milliarden Euro.
Erst zu diesem Zeitpunkt werde das Online-Geschäft dann aber auch in der Lage sein, die drastischen Umsatzeinbußen der Musikindustrie beim CD-Verkauf zu kompensieren, heißt es in der Studie. Deutschland ist nach Großbritannien der zweitstärkste europäische Online-Musikmarkt. Für 2010 werden in Deutschland von den beiden Instituten Umsätze von 274 Millionen Euro vorausgesagt.
MP3-Player sorgen für Schub
Das Wachstum des Download-Geschäfts werde vor allem von der Zunahme der Breitbandanschlüsse und der wachsenden Popularität der tragbaren MP3-Player getrieben, stellt die Untersuchung fest. Der Anteil der Westeuropäer, die Musik mit einem solchen mobilen Abspielgerät hören, wuchs demnach seit 2004 von zwei auf sieben Prozent. Die Zahl der tragbaren Musik-Player werde von 29 Millionen zum Ende des vergangenen Jahres auf mehr als 80 Millionen im Jahr 2010 zunehmen. Am besten mit den tragbaren MP3-Spielern ausgerüstet sind der Studie zufolge die Niederlande, wo 11,9 Prozent der Bevölkerung ein solches Gerät besitzen. Dicht dahinter folgt Deutschland mit 10,4 Prozent.
Die Studie empfiehlt der Musikbranche, die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten ernst zu nehmen, um ihre Umsatzeinbrüche der vergangenen Jahre auszugleichen. Die Misere lasse sich nicht allein mit der Piraterie erklären, zumal Daten des Internationalen Musikverbandes IFPI darauf hindeuteten, dass das illegale Kopieren abnehme. So sei die Zahl der verfügbaren Musiktitel auf illegalen Netzwerken zur Verbreitung von Musikdateien von 11,1 Milliarden im Jahr 2003 auf 885 Millionen im vergangenen Jahr gesunken. Die Industrie müsse das Potenzial des Online-Geschäfts stärker ausschöpfen, dann könne sie im Jahr 2010 "das Schlimmste überstanden haben", betonten die Autoren der Studie.

(Hayo Lücke)

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