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BnetzA: Zugang zum VDSL-Netz geregelt

Die Bundesnetzagentur hat erste Bedingungen für den Zugang der Wettbewerber zum Telekom-Glasfasernetz festgelegt. Als nächstes müssen noch entsprechende Entgelte festgelegt werden.

07.12.2009, 14:06 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Die Bundesnetzagentur (BnetzA) hat erste Bedingungen für den Zugang der Wettbewerber zum Telekom-Glasfasernetz festgelegt. Mit ihrer Entscheidung reagierte die Behörde auf einen Antrag des Telekomkonzerns Vodafone, nachdem Verhandlungen zuvor gescheitert waren.
Endlich Planungssicherheit
Wettbewerber erhalten aufgrund der Entscheidung die Zugangsmöglichkeit zu den sogenannten Multifunktionsgehäusen. Bei diesen grauen Kästen handelt es sich um spezielle Kabelverzweiger, die die Telekom im Rahmen ihres Breitbandausbaus aufgestellt hat. Ferner erhalten die Netzbetreiber Zugang zu Kabelkanalanlagen. Beides hatte die Telekom zuvor abgelehnt. "Für die Investitionspläne zahlreicher Unternehmen besteht jetzt Klarheit", sagte Netzagentur-Chef Matthias Kurth am Montag. Neben Vodafone hatten auch Telefónica und die Telecom-Italia-Tochter Hansenet (Alice) entsprechende Anträge bei der Behörde gestellt.
Die Wettbewerber der Telekom drängen seit langem auf die Öffnung bestimmter Teile des Telekom-Netzes, um den eigenen Aufbau von glasfaserbasierten Netzen vorantreiben zu können. Gespräche zwischen Telekom und mehreren Konkurrenten waren im Sommer aber gescheitert.
Telekom skeptisch
Die Telekom reagierte skeptisch auf die Entscheidung. Beim Zugang zu den Multifunktionsgehäusen seien mögliche Engpässe nicht ernst genommen worden, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Stattdessen habe nun der schnellste Wettbewerber alle Vorteile.
Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) begrüßt hingegen ausdrücklich die Anordnung der Bundesnetzagentur: "Der Regulierer hat ein nachfragegerechtes Paket angeordnet, auf dessen Basis jetzt rasch Preise und Fristen festgesetzt werden müssen."
Entgelte zügig festlegen
Die Entgelte, welche die Wettbewerber für die Inanspruchnahme der nunmehr angeordneten Zugangsleistungen an die Telekom zu zahlen hat, werden in einem gesonderten Regulierungsverfahren festgelegt. Hier sei jetzt die Telekom am Zug, so der Geschäftsführer des Branchenverbands VATM Jürgen Grützner. "Sie muss schnell die Entgelte beantragen, damit der Ausbau des Netzes ohne weitere Verzögerung vorangehen kann."

(Michael Posdziech)

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